Was ist eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) und wie wird sie durchgeführt?

Eine Keratoplastik ist eine Operation der Hornhaut (Cornea), bei der entweder erkranktes Hornhautgewebe durch geeignetes Spendermaterial ersetzt wird (Transplantation) oder durch lokalisierte physikalische Einwirkung auf Hornhautgewebe eine Veränderung der Hornhautbrechkraft angestrebt wird, beispielsweise um Fehlsichtigkeiten zu reduzieren.

Meist erfolgte die Keratoplastik in Retrobulbäranästhesie, wobei fünf Milliliter eines Lokalanästhetikums retrobulbär injiziert werden. Um den Glaskörperdruck zu senken, wird meist ein Okulopressor angelegt und 250 mg Acetazolamid intravenös verabreicht. Eine Intubationsnarkose ist bei sehr ängstlichen oder bei geistig Behinderten erforderlich. Die Trepanation erfolgt meistens mit einem Handtrepan, zunächst für die Spenderhornhaut von innen her und danach für die Patientenhornhaut von außen. Das Transplantat wird meist zunächst mit vier Einzelknüpfnähten aus monofilem Nylonfaden der Stärke 10.0 an der 3-, 6-, 9- und 12-Uhr-Position fixiert. Danach wird in der Regel eine doppelt fortlaufende gekreuzte diagonale Naht nach Hoffmann mit zweimal acht Durchstichen gelegt. Vorteil dieser Nahttechnik ist, dass klaffende innere und äußere Wundränder und eine postoperative Fadendurchwanderung vermieden werden. Die Einzelknüpfnähte werden am Ende der Operation zumeist wieder entfernt. Die Operation dauert in geübter Hand meist etwa 45 Minuten. Die Entfernung des ersten fortlaufenden Fadens wurde nach frühestens vier bis sechs, die des zweiten nach frühestens 12 bis 18 Monaten vorgenommen. Erst nach dieser Zeit kann mit einer stabilen Refraktion gerechnet werden.

Neben der Trepanation durch einen Handtrepan besteht auch in einigen Zentren die Möglichkeit zur kontaktfreien Trepanation durch Excimerlaser. Vorteile hierbei sind geringere Verkippung, Torsion und bessere Adaptation des Transplantates.

Indikatoren

  • Hornhautdystrophie mit Beteiligung des Endothels
  • Primäre Erkrankungen: Fuchs-Endotheldystrophie
  • Sekundäre Erkrankungen: Bullöse Keratopathie nach intraokularen Eingriffen oder nach protrahiertem Glaukomanfall
  • Hornhautdystrophie mit Beteiligung des Stromas
  • Keratokonus
  • Hornhautdystrophie mit Beteiligung des Epithels
  • bröcklige Dystrophie, gittrige Dystrophie
  • Hornhautnarben
  • Nach Herpeskeratitis oder anderen Hornhautinfektionen
  • Nach scrophulöser Keratokonjunktivitis (Phlyktenulosa)
  • Nach Augenverletzung oder Verätzung des Auges

Damit eine Hornhauttransplantation nach diesen aufgezählten Krankheiten erfolgreich sein kann, müssen die Strukturen im hinteren Augengebiet (Adern und Nerven) funktionsfähig wiederhergestellt werden.