Was ist ein trockenes Auge?

Normalerweise wird das Auge mit den Tränen fortwährend feucht gehalten. Keratokonjunktivitis sicca oder sicca Syndrom bezeichnet eine unzureichende Benetzung der Hornhaut und der Bindehaut mit Tränenflüssigkeit (Syndrom des trockenen Auges) mit Entzündung der Hornhaut(Keratitis) und der Bindehaut (Konjunktivitis).

Von trockenen Augen spricht man, wenn die Bindehaut und die Hornhaut nicht mehr mit ausreichend Tränenflüssigkeit benetzt werden. Dafür gibt es verschiedene Ursachen: Es wird nicht mehr genügend Tränenflüssigkeit produziert, die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit hat sich verändert oder die Lidschlagfrequenz ist gesunken. Ebenso spielen auch Umweltreize eine wichtige Rolle, die oftmals für eine erhöhte Verdunstung der Tränenflüssigkeit sorgen.

Symptome

  • Brennen und Rötungen
  • Fremdkörpergefühl
  • Stechen
  • extreme Sekretion, Ermüdungsgefühl
  • Sehschwäche

Was versteht man unter einer Tränenschicht?

Für die Produktion der Tränenflüssigkeit zeichnen sich mehrere Drüsen verantwortlich. Diese sitzen in der Augenhöhle, in der Bindehaut, an den Lidrändern und unter dem Oberlid. Durch den Lidschlag – innerhalb einer Minute öffnet und schließt sich das Augenlid normalerweise zwischen 10- und 15-mal – wird der Tränenfilm auf der Oberfläche des Auges verteilt. Durch kleine Öffnungen an den oberen und unteren Lidinnenkanten wird die Tränenflüssigkeit nach und nach wieder abtransportiert.

Was sind die Ursachen für Trockenaugen?

Trockene Augen können durch verschiedenste Erkrankungen hervorgerufen werden. Deswegen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten. Unter anderem kommen folgende Erkrankungen als Ursache in Frage:

  • Erkrankung der Talgdrüsen am Lidrand
  • Veränderung der Form des Augapfels
  • Bindehautnarben
  • Vitamin A-Mangel
  • Nervenschädigungen
  • Sjögren-Syndrom

Darüber hinaus können trockene Augen auch als Begleiterscheinungen von Rheuma, Diabetes oder Erkrankungen der Schilddrüse auftreten. Frauen leiden nach den Wechseljahren ebenfalls häufiger unter trockenen Augen, da bei ihnen die Funktion der Tränendrüsen durch die hormonelle Umstellung nachlassen kann. Andere Gründe können Umweltfaktoren wie Bildschirmarbeit (Office Eye Syndrom), Umweltbelastungen, Kontaktlinsen oder niedrige Luftfeuchtigkeit sein.

Ebenso können manche Medikamente, wie Diuretiken, Beta-Blocker, Antihistaminikum, die Tränenbildung senken und zu trockenen Augen führen.

Wie wird das Trockenauge diagnostiziert?

  • Klinische Veränderungen, wie Anomalien des Tränenfilmes und derHornhaut
  • Bestimmung der Tränenfilmaufrisszeit (auch BUT nach break-up time) und damit der Stabilität des Tränenfilmes
  • Färbung von Defekten in Bindehaut und Hornhaut mit Fluorescein
  • Färbung devitalisierter, aber noch intakter Zellen, mit Bengalrosa oder Lissamingrün
  • Schirmer-Test mit Einlage eines Filterpapieres zur Bestimmung der Tränensekretionsmenge
  • In schweren oder therapieresistenten Fällen gegebenenfalls Durchuntersuchung inklusive Hormonstatus, Bestimmung der Rheumafaktoren, Bindehaut-Abstrich

Behandlung

1- Tränenzufügung

Zur Behandlung von trockenen Augen werden sehr häufig Augentropfen – sogenannte künstliche Tränen – eingesetzt. Sie bilden einen feinen Flüssigkeitsfilm auf der Oberfläche des Auges und lindern dadurch die Beschwerden. Wenn flüssige Tropfen keine zufriedenstellende Wirkung zeigen, können auch Gele eingesetzt werden. Diese haben den Vorteil, dass sie den Tränenfilm dauerhaft stabilisieren. Achten Sie darauf, dass die Tropfen keine Konservierungsmittel enthalten, da sich dadurch die Beschwerden verstärken können.

Vor dem Verwenden der Tropfen sollten Sie sich gründlich die Hände waschen, damit keine Keime in die Augen geraten. Neigen Sie zum Tropfen den Kopf leicht nach hinten, ziehen Sie das Unterlid etwas nach unten und träufeln Sie den Tropfen in den Bindehautsack. Achten Sie dabei darauf, dass die Tropfenspitze das Auge nicht berührt. Schließen Sie anschließend das Auge für zehn Sekunden.

Die Keratokonjunktivitis sicca kann durch die Gabe von Tränenersatz-Präparaten, Lidrandmassage, spezielle Kontaktlinsen und schleimlösende Medikamente behandelt werden. Es gilt zudem, die Grunderkrankung zu behandeln.

2- Tipps zur Vorbeugung

Trockene Augen können viele verschiedene Ursachen haben. Je nach Ursache können unterschiedliche Tipps zur Linderung der Beschwerden beitragen:

  • Sorgen Sie für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit, beispielsweise durch einen Luftbefeuchter. Gönnen Sie Ihren Augen außerdem regelmäßig frische Luft.
  • Meiden Sie Rauch und Staub.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter – möglichst Wasser – pro Tag.
  • Achten Sie auf eine ausreichend hohe Lidschlagfrequenz, wenn Sie häufiger am Computer arbeiten. Machen Sie Pausen, in denen Sie bewusst blinzeln und Entspannungsübungen für die Augen durchführen.
  • Vermeiden Sie Zugluft – beispielsweise sollte die Lüftung im Auto nicht frontal auf die Augen gerichtet sein.
  • Schlafen Sie genug. Durch Schlafmangel verschlechtern sich die Beschwerden nämlich meist deutlich.
  • Verwenden Sie reizarme Kosmetika.

Personen mit Kontaktlinsen sollten bei trockenen Augen besser auf die Linsen verzichten oder diese zumindest im Wechsel mit einer Brille tragen. Um Schäden am Auge zu vermeiden, sollten Kontaktlinsenträger die Augen bei Bedarf mit künstlichen Tränen benetzen.