Ästhetische Lidchirurgie

Mit zunehmendem Alter können sich ebenfalls einige Änderungen in den Augendeckeln zeigen. Wenn die Haut altersbedingt an Spannkraft verliert entstehen so genannte Schlupflider im Bereich der Oberlider und Tränensäcke an den Unterlidern. Diese lassen Ihre Augenpartie älter wirken. Die ästhetische Lidchirurgie bietet mit wohldosierten Eingriffen die Möglichkeit, Ihre Augen wieder offener und strahlender wirken zu lassen. Im Rahmen der Blepharoplastik erfolgt eine individuelle, Ihrem Typ entsprechende Straffung der Lidhaut und der tiefer gelegenen Gewebeschichten – mit dem Ziel, Ihren Ausdruck zu verjüngern und gleichzeitig die Natürlichkeit Ihres Aussehens zu erhalten.

Behandlung

  • Anästhesie: lokale Anästhesie,
  • Dauer: Beide Deckel insgesamt 45 Minuten
  • Die eigentliche Augenlidkorrektur erfolgt dann durch einen Schnitt mit dem Skalpell. Während der OP wird auch Muskel- und Fettüberschuss im inneren Augenwinkel und unterhalb der Augenbraue entfernt.
  • Die Wunde wird mit einem sehr dünnen Faden unterhalb der Hautoberfläche vernäht.
  • Die frischen Operationsnähte werden nicht bandagiert, sondern mit dünnen Pflastern abgedeckt.
  • Postoperativ: Kälteumschlag in den ersten 24 Stunden (mit Kühlpads). In den ersten 5 Tagen sind die Deckel geschwollen und gerötet. In der ersten Woche sollten die Augen 3-4 mal am Tag gekühlt werden.
  • Nähte: Werden nach 7 Tagen gezogen.
  • Kontrollen: Am Tag nach der OP, nach 7 Tagen, nach einem Monat
  • Augentropfen und Pomade: 1 Woche lang antibiotisches und kortisonhaltiges Pomad, antibiotikahaltige Augentropfen.
  • Narbe: Nach der Heilung verspielt sich die Narbe in der Oberlidfalte

Augendeckelptosis (Ptosis)

Augendeckelptosis oder “Ptosis” nennt man in der Augenheilkunde das vollständige oder auch teilweise Herabhängen eines oder beider obiger Augenlider. Die durch Lähmung des Musculus levator palpebrae superioris verursachte Form der Ptosis wird auch als Ptosis paralytica bezeichnet. Das Herabhängen oder Abstehen des Unterlides bezeichnet man dagegen als Ektropium. Eine Ptosis im Kindesalter kann zu einer Amblyopie führen.

Ursachen

  • Neurogenische Ursachen: Störungen der Nerven, die den Augendeckel hochhalten.
  • Myogene Ursachen: Die angeborene Ptosis ist häufig durch eine Fehlbildung oder fehlende Ausbildung des für das Heben des oberen Augenlids zuständigen Muskels bedingt.
  • Senile Ursachen: Alterszustände, misslungene Augenoperationen
  • Mechanische Ursachen: Faktoren, die den Deckel belasten. (Zum Beispiel Tumor am Deckel, Hämatome u.ä. )

Behandlung

Operative Behandlung. Die zumeist angewandten 2 Techiken:

  • Levatorresektion: Diese Technik wird bevorzugt, wenn die Muskelfunktion des Augendeckels ausreichend funktionsfähig ist.
  • Frontale Hängetechnik: Diese Technik wird ausgeführt, wenn die Muskelfunktion des Augendeckels schwach ist. Bei angeborenen Ptosen, bei Augendeckellähmungen und bei denjenigen, die schon vorher eine Levatorresektion hatten, jedoch erfolglos war, wird dies eingeführt. Der Nachteil bei dieser Technik ist, dass beim Schlaf das operierte Auge nicht mehr vollständig geschlossen werden kann.

Behandlung

  • Anästhesie: Lokale Anästhesie.
  • Dauer: 1 Augendeckel 20 Minuten
  • Bandage: Auge wird bandagiert.
  • Postoperativ: Am nächsten Tag folgt die Abnahme der Bandage. 1 Woche darf der Augendeckel nicht mit Wasser in Berührung kommen. Nach ca. 7 Tagen bilden sich Schwellungen und Verfärbungen im Augendeckelbereich zurück.
  • Nähte: Werden nach 7 Tagen entfernt.
  • Kontrollen: Am nächsten Tag nach der OP, nach 7 Tagen, nach einem Monat
  • Augentropfen und Pomade: 1 Woche lang antibiotisches und kortisonhaltiges Pomad, antibiotikahaltige Augentropfen

Frontale Hängetechnik

  • Anästhesie: Lokale Anästhesie am Augendeckel und Stirngebiet, bei Kindern Vollnarkose
  • Dauer: 1 Deckel 15 Minuten
  • Bandage: Auge wird bandagiert. Die Bandage wird am nächsten Tag entfernt.
  • Postoperativ: 1 Woche darf der Augendeckel nicht mit Wasser in Berührung kommen. Nach ca. 7 Tagen bilden sich Schwellungen und Verfärbungen im Augendeckelbereich zurück.
  • Nähte: Werden nach 7 Tagen entfernt.
  • Kontrollen: Am nächsten Tag, nach 5 Tagen, nach einem Monat
  • Augentropfen und Pomade: 1 Woche lang antibiotisches und kortisonhaltiges Pomad, antibiotikahaltige Augentropfen

Entropium

Unter einem Entropium versteht man eine Lidfehlstellung, bei der das Augenlid nach innen eingedreht ist. Dabei schleifen die Wimpern ständig auf der Hornhaut, was zum einen ein ständiges Fremdkörpergefühl verursacht und die Hornhaut dadurch beschädigt werden kann. Das Unterlid ist häufiger betroffen als das Oberlid. Ursachen können eine altersbedingte Muskelerschlaffung des Augenlids (Entropium senile), ein Lidkrampf, das durch einen Blepharospasmus hervorgerufen wird (Entropium spasticum), oder bedingt durch Narben auf der Bindehaut (Narbenentropium) sein.

Merkmale eines Entropium

  • Die Verdrehung des Augendeckels nach innen.
  • Fremdkörpergefühl im Auge, Tränenfluss, Schmerzen und Rötung.
  • Eine Verminderung der Sehschärfe kann die Folge sein.

In leichten Fällen kann ein Heftpflaster auf das untere Lid geklebt werden, so dass der Lidrand unter Zug steht und sich wieder nach außen kehrt. In schweren Fällen muss mit einer Operation aus dem Lid Haut- und Muskelgewebe entfernt werden.

Risiken einer OP

  • Die Verdrehung nach innen kann sich wiederholen.
  • Falls die Korrektur zu überschüssig gemacht wird, kann sich das Augenlid nach außen verdrehen.
  • Infektion im Schnittbereich.

Behandlung

  • Lokalanästhesie am Augendeckel.
  • Dauer: Durchschnittlich 20 Minuten
  • Bandage: Auge wird nicht bandagiert. Es wird nur ein dünner Band auf die Augendeckel geklebt.
  • Postoperativ: Am nächsten Tag folgt die Abnahme der Bandage. 1 Woche darf der Augendeckel nicht mit Wasser in Berührung kommen. Nach ca. 7 Tagen bilden sich Schwellungen und Verfärbungen im Augendeckelbereich zurück.
  • Nähte: Wird nach 7 Tagen entfernt.
  • Kontrollen: Am nächsten Tag nach der OP, nach 7 Tagen, nach einem Monat
  • Augentropfen und Pomade: 1 Woche lang antibiotisches und kortisonhaltiges Pomad, antibiotikahaltige Augentropfen

Ektropium

Unter Ektropium versteht man eine erworbene Fehlstellung des Augenlids mit einer Auswärtsdrehung. In den meisten Fällen ist in diesem Fall das Unterlid betroffen.

Ursache kann die verminderte Spannung des ringförmigen Augenschließmuskels sein, welche zu einem Auswärtsrollen des Lids führt. Dies tritt oft bei älteren Menschen auf. Es wird dann von einem Ectropium senile oder einem Ectropium atonicum gesprochen.

Ebenfalls kann eine Lähmung des Augenschließmuskels als Ursache infrage kommen. Das Ektropium wird dann Ectropium paralyticum genannt. Nach Verletzungen kann es auch durch Vernarbung der Lidhaut und Schrumpfung der Narben zu einer Auswärtskehrung des Lids kommen, was als Narbenektropium oder Ectropium cicatriceum bezeichnet wird.

Ein Ektropium kann auch im Rahmen von Syndromen, angeborenen Erkrankungen, auftreten wie zum Beispiel dem Elschnig-Syndrom oder dem Barber-Say-Syndrom.

Merkmale der Augendeckelverdrehung

  • Verdrehung des Augendeckels nach außen.
  • Tränenträufeln: Tränen träufeln über den Lidrand und eventuell über die Wangen entlang, da sie über den physiologischen Weg durch das Tränenpünktchen in den Nasen-Rachen-Raum nicht ablaufen können, da das Tränenpünktchen wegen des Ektropiums nicht mehr dem Augapfel aufliegt.
  • Austrocknung der Bindehaut, was zu einer Bindehautentzündung führen kann.

Die Behandlung erfolgt über eine Operation

Risiken einer OP

  • Die Verdrehung nach Außen kann sich wiederbilden
  • Wenn die Verbesserung zu überschüssig gemacht wird, kann sich der Deckel nach Innen drehen.
  • Infektion im Schnittbereich.

Behandlung

  • Anästhesie: Lokale Anästhesie.
  • Dauer: Durchschnittlich 20 Minuten
  • Bandage: Auge wird nicht bandagiert. Es wird nur ein dünner Band auf die Augendeckel geklebt.
  • Postoperativ: Am nächsten Tag folgt die Abnahme der Bandage. 1 Woche darf der Augendeckel nicht mit Wasser in Berührung kommen. Nach ca. 7 Tagen bilden sich Schwellungen und Verfärbungen im Augendeckelbereich zurück.
  • Nähte: Wird nach 7 Tagen entfernt.
  • Kontrollen: Am nächsten Tag nach der OP, nach 7 Tagen, nach einem Monat
  • Augentropfen und Pomade: 1 Woche lang antibiotisches und kortisonhaltiges Pomad, antibiotikahaltige Augentropfen

Chalazion

Als Chalazion oder auch Hagelkorn, wird eine chronische, von einer Meibom-Drüse ausgehende, meist schmerzlose, langsam entstehende, granulomatöse Entzündung am Rand des Augenlids bezeichnet. Meist entwickeln sich Hagelkörner am Unterlid und sorgen dort für eine Schwellung. Im Gegensatz zum Gerstenkorn sind beim Hagelkorn nicht Bakterien die Ursache, sondern ein Problem spezieller Drüsen, also der Meibom-Drüsen. Die Meibom-Drüsen sitzen an der Innenseite des Lidrands und bilden Talg. Dieser legt sich als äußerste Schicht auf den Tränenfilm und schützt das Auge vor dem Austrocknen. Wenn der Drüsenkanal einmal verstopft ist und die Flüssigkeit nicht abfließen kann, bildet sich im Augenlid ein Hagelkorn – entzündetes Knötchen.

Chalazionbehandlung

Oftmals erfordert ein Hagelkorn keine weitere Therapie. Binnen weniger Wochen bildet es sich von allein zurück. Bei stärkeren Entzündungssymptomen durch das Hagelkorn werden in der ersten Phase, um der Infektion vorzubeugen, antibiotische Tropfen verordnet und ein warmer Umschlag gemacht. Der warme Umschlag dient dazu die Poren der Wimperwurzel zu öffnen und verhärtetes Sekret aufzuweichen, welches den Ausführungsgang blockiert. Wenn dies aber nicht frühzeitlich durchgeführt wird, besteht die Gefahr, dass der die Infektion sich zu einer Zyste bildet. Bei diesen größeren Hagelkörnern bzw. bei ausbleibender Besserung kann eine chirurgische Entfernung durchgeführt werden.

Behandlung

  • Anästhesie: Lokalanästhesie
  • Dauer: 5 Minute
  • Bandage: Das Auge wird bandagiert. Die Bandage wird am nächsten Tag entfernt.
  • Postoperativ: Entstehen von leichten Schwellungen und Rötungen am Augendeckel. Vergehen nach ca. 5 Tage.
  • Arbeitsantritt: Kann am Folgetag Arbeit antreten.
  • Kontrollen: Am Folgetag der OP, nach einem Monat
  • Augentropfen und Pomade: 1 Woche lang antibiotisches und kortisonhaltiges Pomad, antibiotikahaltige Augentropfen

Xanthelesma

Als Xanthelasmen bezeichnet man gelbe weiche Knötchen unter der Hautoberfläche der Augenlider. Die scharf begrenzten Erhebungen (sog. Plaques) entstehen durch Cholesterinablagerungen um Gewebe. Abgesehen von kosmetischen Gesichtspunkten machen die Fetteinlagerungen meist keine Beschwerden und sind nicht gefährlich. Nur selten beeinträchtigen Xanthelasmen die Lidfunktion. Häufig findet man die meist auf beiden Gesichtshälften auftretenden Xanthelasmen oberhalb der Augen an der nasalen Seite der Augenlieder.

Xanthelasmen bilden sich normalerweise nicht zurück und lassen sich nicht medikamentös behandeln. Die Laserchirurgie ist das meistangewandte Verfahren zur Entfernung von Xanthelasmen. Der Laserträgt hierbei betroffene Hautstellen oberflächlich ab. Da alle Behandlungsmethoden nur auf die Entfernung der betroffenen Hautpartien abzielen, aber nicht die Ursachen angehen, besteht eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit. Daher sollten vor allen Dingen vor solch einem Eingriff die Blutwerte getestet werden, da in den meisten Fällen die Ursache in hohen Blutfettwerten liegt. Normalisiert man diese Werte, vermindert man die Wahrscheinlichkeit einer Rückbildung.

Behandlung

  • Anästhesie: lokale Anästhesie.
  • Dauer : 5 Minuten
  • Bandage: Auge wird nicht bandagiert. Auf das Augenlid wird ein dünner Bant geklebt.
  • Postoperativ: Am nächsten Tag wird die Bandage geöffnet. leichte blaue Flecken im Deckel, kann 5 Tage andauern. 1 Woche lang die Augen vom Wasser fernhalten.
  • Naehte: Werden nach 7 Tagen abgenommen.
  • Arbeitsantritt: Am nächsten Tag
  • Kontrollen: Am nächsten Tag nach der Operation, nach 7 Tagen, nach 1 Monat
  • Augentropfen- und Pomade: 1 Woche lang antibiyotische Salbe auf die Augenlider auftragen

Lidtumore

Lidtumoren sind Geschwulste der Haut am Augenober-bzw. Augenunterlid. Dies können einerseits gutartige Hauttumoren sein, aber auch bösartige Tumoren des Lids. Der mit Abstand häufigste bösartige Lidtumor ist das Basaliom.

Gutartige Tumore

  • Warzen
  • Zysten
  • Seboreik Keratosis
  • Aktinische Keratosis
  • Pyogenische Granuloma
  • Muttermal (Nevus)
  • Keratoacanthoma
  • Kapillare Hämangioma
  • Porto-Weinflecken

Bösartige Tumore

  • Basalzellige Karzinom
  • Squamös zellige Karsinom
  • Talgdrüsen Karzinom
  • Melanom
  • Merkel Zellkarsinoma

Die Behandlung dieser Tumore erfolgt zumeist durch eine Operation. Der entnommene Tumor sollte zur Pathologieuntersuchung geschickt werden.

Trichiasis (Wimpernscheuern)

Trichiasis ist der medizinische Ausdruck für das Reiben einzelner Wimpern oder einer gesamten Wimpernreihe auf der Hornhaut oder Bindehaut des Auges. Ursache kann ein fehlgerichtetes Wachstum einzelner Wimpern oder einer ganzen Wimpernreihe sein, wie bei der Distichiasis, aber auch eine Einwärtswendung des Lids. Dabei kann das vermehrte Zukneifen des Auges als Reaktion auf den Reiz die Einwärtswendung im Sinne eines circulus vitiosus weiter verstärken.

Zu den Symptomen gehören Fremdkörpergefühl, Rötung, Jucken und Stechen sowie Entzündungen der Bindehaut. Es kann aber bei chronischem Verlauf auch zu Geschwüren der Hornhaut mit nachfolgender Vernarbung und Sehschärfenverlust kommen.

Behandlung

  • Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad. Eine Entfernung der Wimpern kann zunächst durch vorsichtiges Auszupfen erfolgen.
  • Bei wiederholter Trichiasis kann durch Elektroepilation mit Verödung der Haarbälge erfolgen. Diese Behandlung kann mehrere Sitzungen erfordern.
  • Eine andere Methode ist, dass die Wurzeln der nach innen verdrehten Wimpern mit einem Gerät, das man “Kriyo” nennt, eingefroren werden. Dabei handelt es sich um eine nachhaltige Lösung und kann mehrere Sitzungen benötigen

Tränenkanalverstopfung

Die Tränenkanäle sind Teil des Tränenapparates. Sie transportieren überschüssige Tränenflüssigkeit vom unteren Augenlid zur Nase; auf diese Weise wird ein Überlaufen des Auges vermieden. Durch Abflussstörungen kann es jedoch zur Verstopfung der Tränenkanäle kommen.

Unter verstopften Tränenkanälen haben vor allem Babys zu leiden. So ist fast ein Drittel aller Säuglinge von diesem Problem betroffen. Da sich der Tränenkanal jedoch oftmals in den ersten Lebensmonaten von selbst öffnet, ist eine medizinische Behandlung meist nicht erforderlich.

Außerdem sind Frau im mittleren und darauf folgenden Lebensalter, Personen, deren Nasenstruktur krumm ist und langhaltige Naseninfektionen sowie Allergien haben, betroffen.

Bei einer Tränenverstopfung, wenn die Ableitungen, die man als Tränenpünktchen bezeichnet, blockiert sind, kommt es zur Ansammlung der Tränenflüssigkeit und der Abfluss durch den Tränennasengang wird unterbrochen. Bei vielen Babys ist die Ursache eine dünne Membran, die den Tränennasengang blockiert.

Symptome einer Tränenkanalverstopfung

  • Ständig tränende Augen,
  • An den Lidrändern sowie am inneren Winkel des Auges bilden sich gelbe Krusten
  • Entstehung einer Entzündung im Auge
  • Schwellung in der Nasenwurzel.

Behandlung der Tränenkanalverstopfung bei Babys

  • Leidet ein Baby fortwährend unter tränenden und verklebten Augen oder sogar Schmerzen, sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden, der eine gründliche Untersuchung nach einer möglichen Bindehautentzündung durchführen muss.
  • Liegt keine Bindehautentzündung vor, kann sich das Problem nach einigen Monaten von selbst lösen. Hilfreich dabei ist:
  • Eine Massagenbehandlung. Die Massage wird über die Line von der Nasenwurzel weg nach unten gemacht. Es sollte 3-4 Mal am Tag diese Massage durchgeführt werden. Die Wahrscheinlichkeit, den Tränenkanal mit dieser Methode zu öffnen liegt um die 95%.
  • Verabreichung abschwellender Augentropfen oder je nach Stärke der Beschwerden Augentropfen, die Antibiotika enthalten.
  • Wenn nach dem 1. Jahr die Verstopfungen oder eitrigen Augenentzündungen noch immer auftreten, bedeutet dies, dass der Kanal nicht von sich selbst geöffnet werden kann. Dann wird mithilfe einer kleinen Sonde, die in den Tränenkanal eingeführt wird, eine Spülung des Tränennasengangs vorgenommen.
  • In der Regel lässt sich die Membran durch diese Behandlung öffnen. Manchmal ist eine weitere Sonde, die durch den gesamten Tränenkanal durchgeschoben wird, notwendig. Bei den meisten Kindern ist diese Therapiemethode ausreichend. Selten muss ein operativer Eingriff durchgeführt werden.

Behandlung der Tränenkanalverstopfung bei Erwachsenen

1- Diodenlaser

Mit "Multi Diode Laser” werden die Tränenkanalverstopfungen in kürzester Zeit, schnittfrei und narbenlos geöffnet.

Was sind die Vorteile des Diodenlasers im Vergleich zu anderen Tränenkanal-OPs?

  • Der wichtigste Vorteil der Diodenlaser-OP ist, dass die OP im Gegensatz zu den anderen OPs in einer sehr kurzen Zeit wie 8-10 Minuten durchgeführt.
  • Bei einer Diodenlaser Behandlung wird so gut wie keine Blutung verursacht.
  • Eine Beschädigung der Gewebe während der OP ist aufgrund der Eigenschaften des Multidiode-Lasers im Normalfall nicht gegeben.
  • Die Heilungszeit ist sehr kurz. Der Patient kann gleich nach der OP entlassen und am nächsten Tag wieder seinen Alltag antreten.
  • Dass der Eingriff keinen Schnitt bedarf und die Muskeln um den Tränensack herum nicht beschädigt werden, bietet einen weiteren Vorteil.
  • Im Falle einer zweiten OP bei Patienten, die in Rahmen derselben Beschwerde bereits eine OP hinter sich haben, ist die Durchführung der OP mit dem Diodenlaser einen im Gegensatz zu den anderen Methoden erfolgsversprechender.
  • Bei einer Diodenlaser-OP wird der gesamte Vorgang mit einer Endoskopie im Naseninnengebiet verfolgt werden. Gegebenenfalls kann über diesen Eingang zusätzlich eingegriffen werden.

Wovon hängt der Erfolg der OP ab? Kann die OP wiederholt werden?

Diesen Eingriff dürfen nur Augenärzte durchführen.

Die Erfolgsquote kann sich je nach dem Chirurgen, der die OP durchführt und seiner Erfahrung in der Chirurgie ändern. Eine gründliche Untersuchung vor der Chirurgie ist unumgänglich.

Die Erfolgsquote der OP liegt in Fällen, wo zum ersten Mal eine Verstopfungs-OP durchgeführt wird, bei 90%. Bei Patienten, die vorher mithilfe einer anderen OP-Methode behandelt wurden, beträgt die Erfolgsquote bei 87,5%. Diese Methode kann, falls notwendig, wiederholt werden. Bei solch einer Wiederholung liegt die Erfolgschance bei 100%.

2- Dakryozystorhinostomie (Toti-Operation)

Unter lokaler Anästhesie bzw. Vollnarkose wird ein circa 1 cm langer Schnitt an der Nasenwurzel gemacht.

  • Es wird durch ein Knochenfenster zur Nase ein Umweg (Bypass) vom Tränensack zur Nase geschaffen, durch den die Tränenflüssigkeit ablaufen kann.
  • Es wird vom Tränensack ein direkter Weg in die Nasenhöhle geschaffen.
  • In manchen Fällen kann eine Silikontube über die Tränenpünktchen durchgezogen.
  • Der Schnitt in der Haut wird anschließend vernäht.

Komplikationen bei einer Dakryozystorhinostomie

  • Bakterielle Entzündung
  • Die Wiederverstopfung des Narbengebiets (20%)

Behandlung

  • Anästhesie: Lokale- und Allgemeinanästhesie
  • Dauer: 45 Minuten
  • Bandage: Auge wird bandagiert. Die Bandage am nächsten Tag entfernt.
  • Postoperativ: Schwellungen im Augenumfeld, hält 7 Tage an.
  • Nähte: werden nach 7 Tagen entfernt.
  • Kontrollen: Am nächsten Tag nach der OP, nach 7 Tagen, nach 1 Monat, nach 3 Monaten
  • Augentropfen und -pomade: um die Nähte herum 1 Woche lang die antibiotische Pomade auftragen und die antibiotischen Tropfen in die Augen anwenden.

Augenprothesen

Augenprothesen, allgemein auch Glasauge oder Kunstauge genannt, werden infolge von Unfällen oder Krankheiten über einen chirurgischen Eingriff eingesetzt. Diese Prothesen sorgen nicht für ein Sehvermögen, aber ein ästhetisches Aussehen.

Wenn die Augen, die kein Sehvermögen haben, auch ästhetisch keinen so schönen Anblick darstellen oder wenn sie schmerzhaft werden, müssen sie entnommen werden. Eine Operation der Augenentnahme erfolgt mithilfe unterschiedlicher Techniken:

  • Die Entnahme des gesamten Augenapfels (Enukleation): wird bei anders nicht therapierbaren Tumoren angewendet.
  • Die Entfernung des Augapfels (Exenteratio oculi oder Eviszeration): wird durchgeführt, wenn das Auge aus anderen Gründen als dem Tumor herausgenommen werden muss.

Prothesen werden aus einer inneren und äußeren Augenprothese zusammengestellt. Die innere Augenprothese wird aus speziellen Materialien hergestellt und deckt das Volumen des entleerten Augapfels. Nach Heilung des Narbengewebes wird die Größe des Augendeckels gemessen und der Größe entsprechend genau die äußere Augenprothese vorbereitet.

Komplikationen bei Augenprothesen

  • Jucken im Auge, schleimige Ausscheidung
  • Verrutschen der Hülle, die die Prothese unterstützt
  • Deformation der Augendeckeln

Tipps für Prothesenbenutzer

  • Nehmen Sie Ihre Prothese nachts nicht heraus, schlafen Sie mit Ihrer Prothese. Somit wird der Bereich, in dem sich Ihre Prothese befindet, nicht verengt und ferner mindert sich die Schleimausscheidung.
  • Waschen Sie morgens die Wimpernwurzeln mit einem Babyshampoo und spülen sie sie mit viel Wasser.
  • Tragen Sie eine Brille. So wird sowohl ihr gesundes Auge geschützt, und Ihr Prothesenauge fällt weniger auf.
  • Wenn Sie Jucken, Flüssigkeitsausscheidungen am Auge haben, gehen Sie zu Ihrem Arzt und benutzen Sie die Tropfen, die er Ihnen empfiehlt.