Was ist eine Netzhautablösung?

Retina Yırtıkları ve DekolmanıBei einer Netzhautablösung hebt sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut (Retina) des Auges – die Photorezeptorschicht – von der darunterliegenden Aderhaut (Pigmentepithel) ab. In der Folge kann sich in dem Spalt zwischen den Schichten Flüssigkeit ansammeln.

 

Die in der Netzhaut liegenden Photorezeptoren – die sogenannten Stäbchen und Zäpfchen – ermöglichen das Sehen, indem sie Licht- und Farbreize aufnehmen. Normalerweise versorgt die darunterliegende Aderhaut die Netzhaut durch ein enges Geflecht kleiner Blutgefäße. Sind die beiden Schichten durch eine Netzhautablösung voneinander getrennt, ist die Versorgung der Netzhaut unterbrochen. Dauert diese Unterbrechung länger an, kommt es zu einer Schädigung der Netzhautfunktion, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Die Folge: Das Sehvermögen nimmt ab – bis hin zur Erblindung.

 

Für die Netzhautablösung kommen verschiedene Ursachen infrage:

  • Riss: Eine rissbedingte (rhegmatogene) Netzhautablösung entsteht, wenn sich der Glaskörper abhebt, wobei er an den Anheftungsstellen einen Zug auf die Netzhaut des Auges ausübt, bis diese durch Einströmen von Flüssigkeit innerhalb von Stunden über die gesamte Netzhautfläche ausdehnen kann und schließlich reißt. Jeder Mensch ist altersbedingt irgendwann von einer Glaskörperabhebung betroffen (kurzsichtige Menschen oft schon früher); der Glaskörper kann sich aber auch plötzlich durch äußere Einwirkungen (z.B. nach Prellung des Augapfels) abheben.
  • Zug: Eine zugbedingte (traktive) Netzhautablösung tritt auf, wenn sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut durch eine Zugeinwirkung von der Aderhaut löst, ohne dass ein Riss entsteht. Auf der Netzhautoberfläche können sich bei verschiedenen Erkrankungen wie z. B. der diabetischen Retinopathie Bindegewebsmembranen ausbilden. Diese Membranen haften an einigen Punkten fest an der Netzhaut. Sie neigen zum Schrumpfen und ziehen dabei die Netzhaut zeltartig von ihrer Unterlage ab.
  • Flüssigkeitseinlagerung: Eine durch Flüssigkeitseinlagerung bedingte (exsudative) Netzhautablösung entsteht, wenn sich Flüssigkeit aus Gefäßen der Netzhaut oder der Aderhaut im Spalt zwischen der lichtempfindlichen Schicht der Netzhaut und Aderhaut ansammelt.

Insgesamt ist eine Netzhautablösung eher selten: Sie kommt pro Jahr bei etwa bei einem von 10.000 Menschen vor. Die häufigste Form ist dabei die rissbedingte (rhegmatogene) Netzhautablösung. Ältere und stark kurzsichtige Menschen sind im Vergleich zu jüngeren beziehungsweise normalsichtigen Menschen öfter von einer Netzhautablösung betroffen.

 

Warum ist die Netzhautablösung so gefährlich?

Retina Yırtıkları ve DekolmanıBei einer Netzhautablösung ist schnelles Handeln entscheidend: Ist die Netzhaut zu lange von ihrem Untergrund gelöst, kann das betroffene Auge im schlimmsten Fall erblinden. Daher ist es wichtig, die Anzeichen einer Netzhautablösung zu kennen und entsprechend reagieren zu können.

 

 

Behandlungsbedarf bei einer Netzhautablösung

Retina Yırtıkları ve Dekolmanı

  • Wenn im anderen Auge eine Netzhautablösung vorhanden ist
  • Wenn in der Familie eine Netzhautablösungsvorgeschichte besteht
  • Wenn in der Netzhaut ein Riss vorhanden ist
  • Bei einem Beruf, bei dem ein Augen- oder Kopftraumarisiko besteht.
 
 
 
 

Ursachen und Symptome der Netzhautablösung

Retina Yırtıkları ve Dekolmanı

Einer Netzhautablösung können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Am häufigsten hat die Netzhautablösung ihre Ursache in einem Netzhautriss (rissbedingte bzw. rhegmatogene Netzhautablösung). Den Riss in der Netzhaut (Retina) verursacht eine hintere Glaskörperabhebung: Hebt sich der Glaskörper des Auges hinten von seiner Unterlage ab, entsteht an seinen Anheftungsstellen ein Zug an der Netzhaut, bis sich dort ein Riss bildet. Durch den Riss tritt Flüssigkeit aus dem Glaskörper in den Raum unter der Netzhaut, sodass sie sich von ihrem Untergrund löst.

Die Glaskörperabhebung ist ein ganz normaler Vorgang im Leben: Hierzu kommt es bei allen Menschen irgendwann im Alter (bei Kurzsichtigkeit oft auch viel früher) ganz von selbst (spontan). Der Glaskörper kann sich aber auch akut durch äußere Gewalteinwirkungen abheben (sog. traumatische Glaskörperabhebung, verursacht z.B. durch Prellung des Augapfels): In dem Fall ist das Risiko für einen Netzhautriss und eine nachfolgende Netzhautablösung besonders hoch. Weitere mögliche Ursachen beziehungsweise Risikofaktoren für eine rissbedingte Netzhautablösung sind zum Beispiel Kurzsichtigkeit und ein kürzlich operierter grauer Star (Katarakt).

Eine Netzhautablösung kann ihre Ursachen aber auch darin haben, dass durch eine geschädigte Aderhaut Flüssigkeit aus den Aderhautgefäßen austritt und unter die Netzhaut gelangt (durch Flüssigkeitseinlagerung bedingte bzw. exsudative Netzhautablösung). In diesen Fällen können zum Beispiel entzündliche Prozesse oder Tumoren hinter der Netzhautablösung stecken.

Eine weitere Form der Netzhautablösung entsteht durch bestimmte Verwachsungen: Hierbei handelt es sich um Stränge von Binde- oder Narbengewebe, die an der Netzhaut angeheftet sind und sich mit der Zeit zusammenziehen. Sie üben an den Anheftungspunkten einen Zug auf die Netzhaut aus und heben diese von der darunterliegenden Schicht ab (zugbedingte oder traktive Netzhautablösung). Zu den Ursachen solcher Verwachsungen zählen vor allem diabetische Netzhauterkrankungen – aber auch Netzhautveränderungen bei Frühgeborenen oder vorausgegangene Netzhautoperationen können für Verwachsungen verantwortlich sein.

Symptome besonders der rhegmatogenen Amotio sind das Sehen von Blitzen (Photopsien) als Folge des Glaskörperzugs, das plötzliche Auftreten von dichten schwarzen oder roten Flecken im Gesichtsfeld (Rußregen) als Folge einer mit dem Netzhautriss einhergehenden Blutung sowie vorhang- und balkenartige Gesichtsfeldeinschränkung, wenn die Netzhautablösung größere Ausmaße erreicht hat.[2]

Jedoch kann das Ablösen auch völlig ohne Symptome geschehen und erst bei Erreichen der Makula sichtbar werden, beispielsweise durch eine verzerrte Darstellung (Metamorphopsien), vergleichbar mit einem Fehler in einem Glas.

Schon vor einer Netzhautablösung können Symptome für eine Schädigung der Netzhaut (Retina) des Auges auftreten. Mögliche Warnzeichen für eine bevorstehende Netzhautablösung sind:

  • Lichtblitze, die vor allem bei ruckartigen Augenbewegungen auftreten. Sie werden vom Glaskörper ausgelöst, der an der Netzhaut zieht. Die Betroffenen nehmen diese Blitze vor allem nachts beziehungsweise im Dunkeln wahr.
  • Bei einer akuten hinteren Glaskörperabhebung nehmen die Betroffenen häufig halbdurchsichtige, auch als fliegende Mücken(sog. Mouches volantes) bezeichnete, Schlieren wahr, die bei Augenbewegungen "mitwandern". Diese können aber auchharmlose Zeichen einer Glaskörpertrübung sein. Reißt die Netzhaut ein, kann es zu Verletzungen der Netzhautgefäße kommen. Dies äußert sich durch einen sogenannten Rußregen, also kleine, schwarze Punkte oder Schwebeteilchen, die nach unten absinken.

Die von der Netzhautablösung selbst hervorgerufenen Symptome hängen davon ab, wo sich die Netzhaut ablöst. In der Regel ist bei einer Ablösung der Netzhaut zunächst das Gesichtsfeld eingeschränkt – also der Bereich, den man mit beiden Augen sieht, ohne sie zu bewegen. Die Betroffenen können zum Beispiel eine im unteren Bereich der Netzhaut beginnende Ablösung als Schatten beziehungsweise dunkle Wand von unten wahrnehmen.

Eine Netzhautablösung im oberen Bereich kann sich hingegen als schwarzer Vorhang von oben und eine seitlich gelegene Ablösung als schwarzer Vorhang von der Seite bemerkbar machen. Der Gesichtsfeldausfall kann aber auch in jeder anderen Form auftreten – die Netzhautablösung zeigt kein typisches Muster. Allerdings treten die Symptome zumeist einseitig auf, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich die Netzhaut in beiden Augen gleichzeitig löst.

Wenn sich die Netzhaut im Bereich der Makula (gelber Fleck) ablöst (z.B. im fortgeschrittenem Stadium), ist auch die zentrale Sehschärfe eingeschränkt: Dann ist nur ein unscharfes, verzerrtes Sehen möglich.Schmerzen treten bei der Netzhautablösung nicht auf.

Wenn die Netzhautablösung unbehandelt bleibt, verschlimmern sich die Symptome, denn: Bei einer Netzhautablösung ist die Netzhaut von der direkt darunterliegenden Aderhaut getrennt und somit ihre Versorgung unterbrochen. Dauert dieser Zustand so lange an, dass die Netzhaut einen nicht mehr rückgängig zu machenden Schaden nimmt, kann das betroffene Auge im schlimmsten Fall erblinden.

Daher ist es wichtig, die Symptome der Netzhautablösung und ihrer Vorstufen zu kennen und bei den ersten entsprechenden Anzeichen so schnell wie möglich einen Augenarzt aufzusuchen.

Je schneller man eine Netzhautablösung mit einer Operation behebt, desto größer ist die Chance, dass das Sehvermögen des betroffenen Auges erhalten bleibt.

Diagnose der Netzhautablösung

Bei einer Netzhautablösung ist eine möglichst schnelle Diagnose besonders wichtig. Wer an sich entsprechende Symptome wahrnimmt, sucht daher am besten sofort einen Augenarzt auf: Mögliches Anzeichen für eine bevorstehende Ablösung der Netzhaut (Retina) ist die Wahrnehmung von Lichtblitzen oder einem plötzlichen Rußregen; die Netzhautablösung selbst führt typischerweise zu einem eingeschränkten Gesichtsfeld; unbehandelt nimmt das Sehvermögen immer weiter ab und führt letztlich zur Erblindung.

Besteht der Verdacht auf eine Netzhautablösung, untersucht der Arzt beide Augen – auch wenn die Symptome der Netzhautablösung nur einseitig auftreten: Häufig weist auch die Netzhaut des nicht betroffenen Auges Veränderungen auf, die eine Vorstufe zur Netzhautablösung sein können und die sich vorbeugend mit dem Laser behandeln lassen. Vor der eigentlichen Untersuchung ist es nötig, die Pupillen mithilfe von Augentropfen zu erweitern. Daher ist es ratsam, nicht selbst mit dem Auto zum Augenarzt zu fahren, denn aufgrund der starr erweiterten Pupillen ist man direkt nach der Untersuchung nicht fahrtüchtig.

Durch die erweiterte Pupille kann der Augenarzt den Augenhintergrund untersuchen und die Netzhaut beurteilen. Dabei kommt eventuell ein sogenanntes Kontaktglas zum Einsatz – eine Art Lupe, die der Augenarzt direkt auf den Augapfel setzt: So kann er eine Netzhautablösung sowie gegebenenfalls ihre Ursache, zum Beispiel einen Riss in der Netzhaut, diagnostizieren. Falls die Sicht auf die Netzhaut durch Blutungen im Glaskörper eingeschränkt ist, kann eine Ultraschalluntersuchung bei der Diagnostik hilfreich sein.

Behandlung der Netzhautablösung?

Bei Vorstufen der Netzhautablösung kann die Therapie darin bestehen, die Netzhaut zu lasern: Eine Laserbehandlung ist zum Beispiel ausreichend, wenn Sie ein Loch in der Netzhaut haben, die Netzhaut aber noch eng an der Schicht darunter anliegt. Wenn sich die Netzhaut jedoch einmal abgelöst hat, ist es nicht mehr möglich, dies mit einem Laser zu beheben: Jede Netzhautablösung erfordert zur Behandlung eine Operation. Die Art der Augenoperation richtet sich nach dem Schweregrad der Netzhautablösung und nach deren Ursache. Davon hängt auch ab, ob die Operation unter örtlicher Betäubung (lokale Anästhesie) oder unter Vollnarkose stattfindet.

Hat ein Netzhautriss zur Ablösung der Netzhaut geführt (sog.rhegmatogene Netzhautablösung), besteht die Therapie darin, das Auge an der Stelle einzudellen, an der die Netzhaut gerissen ist, um so die Aderhaut wieder an die Netzhaut anzunähern. Dies erfolgt mithilfe einer Ausstopfung (Tamponade) des Netzhautlochs: Dabei näht der Operateur von außen eine Silikonplombe auf das Auge oder legt rund (zirkulär) um das Auge ein Silikonband, wenn mehrere Risse oder Löcher bestehen. Außerdem löst der Arzt von außen mit einer Kältesonde oder von innen mit Laserstrahlen an der Stelle des Lochs eine Entzündungsreaktion aus – dies führt dazu, dass die Aderhaut und die Netzhaut miteinander verkleben.

Bei einer komplizierten Netzhautablösung ist zur Behandlung zusätzlich oder ausschließlich ein chirurgischer Eingriff im Augeninneren nötig: Hierbei entfernt der Operateur den gesamten Glaskörper (sog. Vitrektomie). Anschließend ersetzt er den Glaskörper durch Gas oder durchsichtiges Silikonöl. Diese Tamponade aus Gas oder Öl sorgt dafür, dass die Netzhaut sich wieder fest an ihren Untergrund anlegt. Vitrektomie und nachfolgende Tamponade kommen vor allem bei der durch Zug verursachten (traktiven) Netzhautablösung zur Therapie zum Einsatz.