Das KAMRA-Implantat, auch KAMRA-Inlay genannt, ist ein augenheilkundliches Hilfsmittel zur operativen Korrektur der Alterssichtigkeit (Presbyopie). Es wird nur an einem Auge angewendet und besteht aus einer kreisrunden, 5-10µ dünnen schwarzen Kunststofflinse mit einem Durchmesser von 3,2-3,8 Millimetern und einer zentralen Öffnung von 1,6-1,8 Millimetern Durchmesser. Das Implantat wird unter die Hornhaut, zentral über der Pupille platziert und wirkt wie eine Lochblende zur Erhöhung der Schärfentiefe. Das Ziel seiner Anwendung, optische Medien wie Brillen oder Kontaktlinsen als Korrektur für eine Alterssichtigkeit vollständig zu ersetzen, wird bisher nicht erreicht. Das Inlay ist seit 2009 klinisch verfügbar und wird seitdem von verschiedensten Seiten wissenschaftlich begleitet. Langzeitstudien über Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen liegen noch nicht vor. Kurzzeitstudien bescheinigen eine Verbesserung der Nahsehschärfe in mittleren Bereichen, was jedoch zu anderen funktionellen Einbußen führt.

Die Implantation des KAMRA-Inlays erfolgt ambulant unter lokaler Betäubung und dauert etwa 10-20 Minuten. Mit einem sogenannten Femtosekundenlaser wird in der Hornhaut des nicht dominanten Auges eine Tasche erzeugt, in die der Operateur das Implantat einbringt und über der Pupille ausrichtet.

Da der Patient nur rund 5-6 Stunden leichte Beschwerden wie trübes Sehen, Stiche und leichte Schmerzen empfinden wird, benötigt die Behandlung keinen stationären Aufenthalt. Es wird empfohlen, die Zeit durch Erholung und Schlaf zu überbrücken. Am Tag nach der OP kann der Patient schon wieder seinen gewohnten Alltag in Angriff nehmen.

Die Wirkungsweise basiert auf dem Prinzip der stenopäischen Lücke. Hierbei werden störende Randstrahlen eliminiert und so die Schärfentiefe erhöht. Das Ergebnis ist eine deutliche Zunahme der Lesefähigkeit im mittleren Nahbereich ohne weiteres Hilfsmittel. In Einzelfällen und allgemein für eine längere Lesedauer ist ein vollständiger Verzicht auf eine Lesebrille in der Regel jedoch nicht möglich. Zudem wird durch das Verfahren einer einseitigen Verwendung eine sogenannte Monovision herbeigeführt, bei der lediglich das behandelte Auge in der Nähe und das andere in der Ferne sehen kann.

Für die verbindliche Festlegung konkreter Anwendungsbereiche ist die bisherige Datenlage noch nicht ausreichend. Als Grenzbereich wird die Presbyopie bei Emmetropen, ansonsten bei Ametropen mit einer zusätzlichen Behandlung mit Femto-LASIK angegeben. Nach bisherigem Erkenntnisstand gilt das Verfahren als einfach durchzuführen und hoch reversibel. Bei Beschwerden, Komplikationen oder Unverträglichkeit kann das Implantat jederzeit wieder mit geringem Aufwand entfernt werden.

Eine sinnvolle Nutzung ohne weitere Brillenkorrektur wird bei einer mittleren Entfernung bis zu einer minimalen Nahdistanz von 50cm gesehen und betrifft allgemein den sogenannten Alltagsbereich, wie das Lesen der Armbanduhr oder Preisschilder, kurze Textabschnitte in der Zeitung usw. Bei längerer Lesedauer, ausgeprägter Bildschirmtätigkeit oder gar Betätigung von Maschinen wird die Notwendigkeit einer zusätzlichen Lese- oder Nahbrille eingeräumt.

Bei wem kann die Kamra Inlay Behandlung durchgeführt werden?

Der Eingriff kommt vorzugsweise für Personen jenseits der 50 in Frage, die keine weitere Fehlsichtigkeit aufweisen, also emmetrop sind. Gleichwohl kann das Implantat auch bei ametropen, also fehlsichtigen Personen unter Durchführung einer gleichzeitigen Femto Lasik erfolgen.

Beim Erfolg der Behandlung spielt in erster Linie die Anpassungsfähigkeit des Patienten eine wichtige Rolle.

Kamra Inlay ist eine passende Behandlungsmethode für diejenigen, die

  • die keine fortgeschrittenen chronischen Beschwerden, wie Diabetes oder Rheuma haben,
  • die keine Erkrankung, wie Katarakt, Glaukom (Augeninnendruck) oder Keratocinus
  • die unter keiner Augeninfektion oder keinem Augenherpes gelitten haben,
  • die keine Trockenaugenbeschwerden haben,
  • deren Augennummern nicht ständig wechseln

Vorteileder Kamra Inlay Behandlung

  • Der Patient empfindet während der OP keine Schmerzen.
  • Die gesamte Behandlung wird innerhalb von 10-20 Minuten abgeschlossen.
  • Die Behandlungsmethode wird schnittlos und in nur einer Sitzung durchgeführt.
  • Es ist nach der Behandlung nicht nötig, das Auge zu bandagieren sowie den Patienten zu stationieren.
  • Der Patient kann nach einer 15 minütigen Erholung nach Hause gehen und am nächsten Tag seine täglichen Aktivitäten wieder antreten.
  • Kamra Inlay verbessert sowohl die Kurzsichtigkeits-, als auch die Weitsichtigkeitsfehler.