Ein rotes Auge ist meist beunruhigend, jedenfalls ein vieldeutiges Symptom mit zahlreichen, manchmal tatsächlich schwerwiegenden Ursachen. Doch auch das gibt es: Ein Blutgefäß in der Bindehaut platzt unbemerkt, ein roter Fleck ist entstanden. Der beängstigende Anblick täuscht, denn solche Blutungen sind häufig völlig harmlos. Nicht anders die kurze, manchmal durchaus heftige Reaktion des Auges auf ein eingefangenes Staubkorn oder winziges Insekt: Sobald die Tränen es herausgespült haben, lassen Rötung und Brennen nach.

Können spontane Verletzungen oder chemische, physikalische und mechanische Einflüsse als Ursachen ausgeschlossen werden, treten Störungen wie das trockene Auge und Entzündungen der Bindehaut oder tieferer Augenabschnitte bei der Spurensuche in den Vordergrund. Außerdem wird der Arzt eine Infektion des Auges berücksichtigen. Allergien und andere, meist immunologische Erkrankungen, die das Auge miterfassen, kommen ebenfalls infrage. Im Allgemeinen zeigen sich dann aber noch weitere Beschwerden. Auf Verletzungen und Operationsfolgen am Auge geht dieser Beitrag nicht ein.

Augenrötungen entstehen häufig dadurch, dass Blutgefäße der Bindehaut, oft auch der Lederhaut, erweitert sind und verstärkt durchblutet werden. Die Bindehaut bedeckt als durchsichtige Schutzschicht den vorderen Teil des Auges. Sie liegt über der Lederhaut. Am Rand schlägt sie auf die Innenseite der Augenlider über. Daher können die Augenlider bei Bindehautentzündungen anschwellen. Die Lederhaut gibt als feste Hülle dem Auge Halt.

Rötungen können plötzlich oder allmählich an einem oder beiden Augen auftreten. Im „Augenweiß“ oder am Lid sind sie für jeden leicht erkennbar. Ernstzunehmen sind Rötungen, die sich nicht kurzfristig wieder zurückbilden, sich verstärken oder mit weiteren deutlichen Beschwerden verbunden sind. So sollte man zum Beispiel bei einem geröteten und juckenden Auge, das ständig zu Augenreiben verleitet, baldmöglich zum Augenarzt gehen. Das gilt auch, wenn das Auge tränt oder vermehrt lichtempfindlich ist, und allemal bei Augenschmerzen. Tut ein Auge „nur“ beim Berühren weh, bei leichtem Druck mit dem Finger oder wenn es sich bewegt, ist das ebenfalls ein Warnsigmal, auch wenn äußere Veränderungen fehlen.

Alarmierend sind auch starke oder eitrige Absonderungen, eine deutliche Lidschwellung, Sehstörungen oder begleitende Allgemeinsymptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Krankheitsgefühl. Die Beschwerden können einen Notfall anzeigen, beispielsweise ein akutes Glaukom als spezielle Form des grünen Stares.