Kontaktlinsen (auch Haftlinsen, Haftschalen oder Haftgläser; nicht zu verwechseln mit Kontaktgläsern) sind optische Hilfsmittel, gehören zu den Sehhilfen und stellen als solche eine Alternative zur Brille dar. Kontaktlinsen liegen nicht direkt auf der Hornhaut des Auges auf, sondern schwimmen auf einem feinen Tränenfilm. Man unterscheidet zwischen formstabilen (harten) und weichen Kontaktlinsen. Mit ihnen lassen sich die meisten optischen Fehlsichtigkeiten (Ametropien) wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit,Astigmatismus oder Presbyopie korrigieren. Besonders komplizierte Formen von Fehlsichtigkeiten wie Keratokonus, Keratoglobus oder sehr unterschiedliche Brechungsverhältnisse (Anisometropie) lassen sich mit Kontaktlinsen gut korrigieren, meist besser als mit einer Brille.

Es werden zwei Formen der Kontaktlinsen unterschieden: die Harten und die Weichen.

Kontaktlinsen, die nicht gut und sachgemäß angepasst sind, können das Auge schädigen. Deshalb sollte die Anpassung (Kontaktologie) von einem entsprechend geschulten Fachmann vorgenommen werden, in der Regel von einem Augenarzt, einem Augenoptiker oder einem Optometrist. Dieser sichert ein bestmögliches Resultat zu und haftet bei Problemen im gesetzlichen vorgegebenen Rahmen. Der Anpasser berücksichtigt die individuelle Form des Auges genauso wie die Kraft der Augenlider beim Zwinkern. Besondere Aufmerksamkeit kommt dem Tränenfilm zu, dessen Eigenschaften das jeweilige Linsenmaterial mitbestimmen.

Auch auf die Tragedauer der Kontaktlinsen ist zu achten. Tageslinsen stellen einen Sonderfall dar, da sie nur für bestimmte Situationen genutzt werden (Sport, Arbeit, wenn aus Sicherheitsgründen keine Brille getragen werden kann etc.). Die Tageslinsen werden nach wenigen Stunden, spätestens aber nach 16 Stunden, aus dem Auge genommen und entsorgt. Weiche Kontaktlinsen sollten regelmäßig getauscht werden. Die Hersteller bieten dem Kunden mehrere Varianten zur Auswahl. Hier sind Zeiträume von ein bis zwei Wochen bis hin zu zwölf Monaten möglich. Das Altern der Kontaktlinsen reduziert den Tragekomfort. Häufigster Nutzungsfehler ist die zu lange Tragedauer von Austauschlinsen. Nach Ablauf der Nutzungszeit wird das Auge erheblich schlechter mit Nährstoffen versorgt, wodurch die unten genannten Risiken entstehen. Daher sollte die Dauer des Tragens der Kontaktlinsen immer in Absprache mit dem Augenarzt und Augenoptiker erfolgen.

Der Kontaktlinsenträger sollte regelmäßig die Nachkontrolltermine wahrnehmen, um Risiken zu vermeiden. Auf gute Hygiene muss geachtet werden, indem die Kontaktlinsen-Pflegemittel passend zum Linsenmaterial ausgewählt und die Flüssigkeiten regelmäßig gewechselt werden. Kontaktlinsen altern und können dann Gebrauchsspuren, Ablagerungen und Beschädigungen aufweisen.

  • Tragen Sie nur die Linsen nur in den Zeiten, die Ihr Arzt Ihnen empfohlen hat.
  • Vernachlässigen Sie nicht Ihre Nachkontrollen
  • Reinigen, spülen und desinfizieren Sie Ihre Linsen jedes Mal nach dem Abnehmen
  • Benutzen Sie die gleiche Linsenlösung nicht zweimal. Ferner sollten Sie unterschiedliche Pflegemittel nicht hintereinander zusammenbenutzen. Verwenden Sie nur die Pflege, die Ihr Arzt Ihnen verschrieben hat.
  • Teilen Sie Ihre Linsen nicht mit anderen.
  • Bringen Sie Aerosol und Sprays auf keinen Fall in Kontakt mit Ihren Augen.
  • Schminken Sie auf keinen Fall den Innenbereich des Augendeckels und benutzen Sie ohne die Zusage Ihres Arztes keine Tropfen oder weitere Medikamente.
  • Berühren Sie die Flaschenmündungen nicht mit Ihren Fingern oder mit den Kontaktlinsen.
  • Wenn Sie Augenbeschwerden (Schmerzen, Brennen, Juckreiz, u.ä.) haben, nehmen Sie Ihre Linsen ab. Wenn der Zustand anhält, suchen Sie Ihren Arzt auf.