Als Augeninnendruck bezeichnet man den physikalischen Druck, der auf der Augeninnenwand lastet. Er bewirkt eine konstant glatte Wölbung der Hornhautoberfläche, einen gleich bleibenden Abstand zwischen Hornhaut(Cornea), Linse und Netzhaut des Auges sowie eine gleichmäßige Ausrichtung der Fotorezeptoren auf der Netzhaut. Zudem hält er die stabile Kugelform des Augapfels aufrecht. Die Regulierung des Augeninnendrucks erfolgt durch das Kammerwasser. Es wird vom Epithel des Ziliarkörpers gebildet und gelangt zwischen Iris und Augenlinse durch die Pupille in die Vorderkammer des Auges. Von dort fließt es zum größten Teil über das Trabekelwerk des Kammerwinkels durch den Schlemmschen Kanal in das episklerale Venensystem ab. Der intraokulare Druck ist abhängig von der Kammerwasserproduktion und dem Abflusswiderstand des Trabekelwerkes.

Ein erhöhter Augeninnendruck ist einer der wichtigsten Risikofaktor für die Entwicklung eines Glaukoms. Es gibt aber auch Glaukomarten, bei denen der Augeninnendruck nicht erhöht ist – diese Gruppe nennt man Normaldruckglaukome. Bei dieser Form vermutet man, dass die Durchblutung des Auges eine wichtige Rolle spielen kann.

Wir werden nun auf die Ursachen von Glaukomschäden, wie der Augeninnendruck und die Durchblutung des Auges, zu sprechen kommen:

Es gibt unterschiedliche Gründe, welche zu einem erhöhten Augeninnendruck führen. Der weitaus häufigste Grund ist eine Beeinträchtigung des Kammerwasserabflusses.

Das Kammerwasser füllt die Vorderkammer. Seine Hauptfunktion ist die Ernährung der anliegenden Gewebe. Es wird vom Ziliarkörper – ein zirkuläres Gewebe, welches sich hinter der Regenbogenhaut befindet - produziert. Von dort fließt es zwischen der Regenbogenhaut und dem Kristallkörper durch die Vorderkammer in den Kammerwinkel (welcher durch die Regenbogenhaut und die Hornhaut gebildet wird).

  • Messung des Augeninnendruckes: Bei der Augeninnendruckmessung mit dem so genannten Applanationstonometer wird ein kleines Messköpfchen auf die Hornhaut gedrückt. Die Kraft, die benötigt wird, um die Hornhautoberfläche abzuflachen, entspricht dem Augeninnendruck.
  • Gesichtsfeldbestimmung: Die Bestimmung des Gesichtsfeldes dient dazu, das Ausmaß eines bereits bestehenden Schadens festzustellen. Der Patient sitzt vor einem halbkugelförmigen Schirm und fixiert einen Punkt in dessen Mitte. Jedes Mal wenn abwechselnd an verschiedenen Stellen in der Halbkugel Lichtpunkte mit unterschiedlicher Helligkeit aufleuchten, drückt der Patient einen Knopf. Wichtig dabei ist, dass sich der Patient nur auf den Fixierungspunkt konzentriert und nicht durch Herumschauen das Ergebnis verfälscht. Der Augenarzt kann anhand der gewonnen Werte feststellen, an welchen Stellen sich bereits Defekte befinden.
  • Untersuchung mit der Spaltlampe: Die Spaltlampe ist ein bewegliches Mikroskop, mit dem der Augenarzt die vorderen Augenabschnitte und auch die Netzhaut beurteilen kann. Wichtig ist hierbei die Beurteilung des Kammerwinkels mit einem so genannten Dreispiegelglas und die Beurteilung des Sehnnervenkopfes mit einer speziellen Lupe. Der Sehnnervenkopf kann außerdem genauer mit dem HRT vermessen werden.
  • Pachymetrie (Messung der Hornhautdicke): Aus verschiedenen Studien ist bekannt, dass bei Glaukomerkrankungen die Hornhautdicke von der durchschnittlichen Dicke abweicht und dicker ist als normal. Dies kann Auswirkungen auf die Messung des Augeninnendruckes haben: Es werden fälschlicherweise zu hohe Werte (bis zu 10 mmHg Abweichung) gemessen.
  • GdX: Diese Untersuchung wird zur Ermittlung der Nervenfaserschichtdicke zu Erkennung von Frühschäden beim Glaukom durchgeführt. In unserer Klinik bieten wir diese Untersuchung derzeit nicht an.
  • Retina Tomograph: Mit dem HRT kann genau festgestellt werden ob und in wie weit das Nervenfasergewebe des Sehnervenkopfes geschädigt ist. Bei Patienten mit Glaukom können kleinste Veränderungen dargestellt werden.