Trockene Augen
Was bedeutet Trockenes Auge?
Das Auge wird normalerweise ständig mit den Tränen gewaschen. Tränen sorgen dafür, dass das Auge feucht und angenehm bleibt. Manchmal werden Tränen nicht in genügender Menge produziert. Manchmal hat sich auch die Qualität der Tränen verschlechtert und das Auge wird nicht genügend befeuchtet. Diesen Zustand kennt man als “Trockenes Auge”. Es bestehen zwei Methoden im Auge zur Produktion von Tränen. Die Erste ist der langsame und gleichbleibende Ausstoß, der dafür sorgt, dass das Auge ständig befeuchtet wird, wohingegen das Zweite beim Weinen, Fremdkörpern im Auge, Stechen der Wimpern, Kontakt mit kalter Luft und Wind, Reizungen im Inneren der, Schnupfen sowie Grippe oder Entzündungen des Auges, reflexartig hohe Mengen abstößt. Es ist interessant, dass durch die Trockenheit des Auges reflexartig für feuchte Augen sorgt. Die Verwendung von Kontaktlinsen kann die Menge der Tränen erhöhen.
Was sind die Symptome;
- Brand und Stechgefühl
- Mukusschleim im Auge und im Augenbereich (ein klebender Ausfluss)
- Rötungen,
- Übermäßige Wässerung, Ermüdung
- Unwohles Gefühl bei der Verwendung von Kontaktlinsen.
Was bedeutet Tränenfilmschicht?
Beim Zwinkern verteilen sich Tränen auf der Augenoberfläche und bilden eine Schicht. Dies wird als Tränenfilmschicht bezeichnet. Neben Wasser befinden sich in dieser Schicht auch Fett, Mukus, Elektrolyten, Vitamine sowie Zucker und Aminosäuren. Die Tränenfilmschicht versorgt die vorderen Schichten des Auges, sorgt für den Sauerstoffaustausch wodurch die Augenoberfläche gleichmäßig und durchsichtig bleibt. Wenn diese Schicht nicht vorhanden ist, dann ist ein klares und gleichmäßiges Sehen nicht möglich. Zudem sorgt sie dafür, dass Fremdkörper im Auge sowie allergische und mikrobische Stoffe ausgewaschen werden. Sie enthält zum Schutz gegen mikrobische Stoffe Immunglobuline und Immunmodulatoren.
Was sind Gründe für ein Trockenes Auge?
Mit dem alter ist es normal, dass die Menge der Tränen sinkt. Nach den Wechseljahren und bei älteren Frauen tritt das Trockene Auge häufiger auf. Zu dem kann es bei Frauen und Männern jeden alters auftreten. Trockenes Auge aufgrund von Mangel an Vitamin A ist selten und tritt besonders in unterentwickelten Ländern auf.
Ein Trockenes Auge kann auch durch andere Probleme auftreten. Wenn zum Beispiel wenn neben trockenen Augen auch Trockenheit im Mund herrscht und Gelenkschmerzen vorhanden sind. Es kann Verdacht auf das Sjörgen Syndrom bestehen. Manche rheumatologischen Krankheiten können auch zur Verringerung des Ausstoßes der Tränen führen. Auch manche Medikamente können durch Verringerung des Ausstoßes von Tränen zu trockenen Augen führen.
Diese Medikamente wären,
- Diuretika;
- Betablocker;
- Antihistaminika
Wenn der Einsatz dieser Behandlungen obligatorisch ist können auch künstliche Tränentropfen hinzugefügt werden. Personen mit trockenem Auge werden leichter von den toxisches Nebenwirkungen der Augentropfen befallen. Manche schützenden Stoffe (Presevative) in künstlichen Tränentropfen können zu Irritationen im Auge führen. In diesem Fall können Tropfen ohne schützende Stoffe eingesetzt werden.
Wie wird ein Trockenes Auge diagnostiziert?
Trockenes Auge kann von jedem Augenarzt sehr leicht diagnostiziert werden. Zur definitiven Diagnose können Tests durchgeführt werden, die die Menge der Tränenproduktion messen.
Schirmer Test: Anhand eines Filterpapiers, das auf die innere Oberfläche des untern Augenlids positioniert wird kann festgestellt werden, ob ausreichend Tränen vorhanden sind. Damit kein trockenes Auge vorhanden ist muss es mindestens über 10 mm sein.
Brechpunkt der Tränen: Ein färbender Stoff wird in das Innere des unteren Augenlids getropft, nachdem das Auge einige Male geöffnet und geschlossen wurde wird es geschlossen gehalten, das Entstehen trockener Punkte auf der Augenoberfläche ist hinsichtlich der Diagnose wichtig.
Die Behandlung
1-) Hinzufügen von Tränen
Zuerst müssen fehlende Tränen wieder an ihre Stelle gebracht werden. Künstliche Tränentropfen haben sehr ähnliche Eigenschaften wie Tränen des Menschen. Diese bewässern das Auge und sorgen dafür, dass es feucht und angenehm bleibt. Es gibt viele Sorten von künstlichen Tränentropfen.
Personen, die empfindlich gegenüber den schützenden Stoffen in künstlichen Tränentropfen sind oder Kontaktlinsen tragen, werden künstliche Tränentropfen empfohlen, die keine schützenden Stoffe enthalten. Künstliche Tränentropfen können 1-2 Mal am Tag verwendet werden sogar Mehrmals innerhalb einer Stunde. Diesbezüglich müssen Sie sich an die Empfehlung Ihres Arztes halten.
2-) Schutz vorhandener Tränen (Vorübergehende-bleibende Tränenpunkstopfen):
Eine andere Annäherung zur Gewährleistung der Feuchtigkeit der Augen ist der Schutz der eigenen Tränen.
Tränen fließen vom Auge über ein Kanalsystem in die Nase ab (deshalb fließt beim Weinen auch die Nase). Diese Kanäle können vorübergehend bleibend gestopft werden. Mit dieser Stopfprozedur wird es möglich sein die eigenen Tränen zu schützen und das Bleiben künstlicher Tränentropfen am Auge zu verlängern.
3-) Sonstige Methoden
Träne besitzen wie auch andere Flüssigkeit die Eigenschaft des Verdampfens. Um das Verdampfen zu verhindern wird es nützlich sein, die Umgebung feucht zu halten. Hierfür kann durch das Aufstellen einer Schüssel mit Wasser auf Heizungen oder Öfen, die im Winter zum heizen genutzt werden dafür sorgen, dass die Zimmer feucht bleiben.
Personen mit einem trockenen Auge müssen sich vor warmen Zimmern, Haartrocknern, oder windigem Umfeld schützen. Auch Zigaretten zählen dazu. In letzter Zeit werden Medikamente verwendet, die durch die Verringerung der Entzündung im Tränenfell die Produktion der Tränen erhöhen und sehr effektive Ergebnisse erzielen. Bei seltenen Krankheiten wie das Stevens-Johnson Syndrom oder Pemphigoid können Tränentropfen, die Vitamin A enthalten hilfreich bei der Behandlung trockener Augen sein.



