Die HPV‑Impfung ist ein Impfstoff, der vor dem Humanen Papillomavirus (HPV) schützt, einer der weltweit am häufigsten sexuell übertragenen Infektionen. Um eine schützende Immunität gegen das Virus aufzubauen, das vor allem mit Gebärmutterhalskrebs sowie anderen anogenitalen Krebsarten und der Entstehung von Genitalwarzen in direktem Zusammenhang steht, wird die HPV‑Impfung sowohl bei Frauen als auch bei Männern in bestimmten Altersgruppen angewendet.
Die HPV‑Impfung ist ein Impfstoff, der entwickelt wurde, um vor Infektionen durch das Humane Papillomavirus (HPV) und vor den von diesen Infektionen verursachten Erkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, Genitalwarzen und anderen anogenitalen Krebsarten zu schützen.
Der Impfstoff schützt den Körper, indem er nicht das echte Virus, sondern virusähnliche Partikel verabreicht. Diese Partikel ahmen die Proteinhülle der äußeren Virusoberfläche von HPV nach, enthalten jedoch kein genetisches Material und können daher keine Infektion hervorrufen. Das Immunsystem erkennt diese Partikel und bildet schützende Antikörper. So hat der Körper bereits eine Immunantwort aufgebaut, die das Virus rasch erkennen und unschädlich machen kann, wenn die Person später mit dem echten Virus in Kontakt kommt.
HPV‑Impfstoffe unterscheiden sich je nach Anzahl der abgedeckten HPV‑Typen. Der derzeit den breitesten Schutz bietende neunvalente HPV‑Impfstoff (9vHPV) ist wirksam gegen die Typen HPV 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58. Diese neun Typen sind für etwa 90 % der Gebärmutterhalskrebsfälle und für den Großteil der Genitalwarzen verantwortlich.
Die HPV‑Impfung kann je nach Alter, Geschlecht und individueller gesundheitlicher Beurteilung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen angewendet werden.
Die HPV-Impfung kann bei Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren im Rahmen der routinemäßigen Impfungen in Betracht gezogen werden. Bei Personen im Alter von 15 bis 45 Jahren kann die Eignung der Impfung individuell anhand des Alters, des Gesundheitszustands und der Krankengeschichte beurteilt werden.
Wie bei jeder Impfung gibt es auch bei der HPV‑Impfung Situationen, in denen sie nicht angewendet werden sollte. In bestimmten besonderen Fällen kann die HPV‑Imfung aufgeschoben werden oder eine ärztliche Beurteilung ist erforderlich.
Dazu gehören:
Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber den Inhaltsstoffen des Impfstoffs.
Frauen während der Schwangerschaft.
Personen mit Fieber oder akutem Krankheitsbild am Impftag.
Personen, die bei einer früheren HPV‑Impfstoffdosis eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) erlitten haben.
Diese Situationen können sich von Person zu Person unterscheiden.
Die HPV‑Impfung kann in unterschiedlichen Altersgruppen in Betracht gezogen werden, jedoch kann der Zeitpunkt der Impfung im Hinblick auf die Stärke der Immunantwort von Bedeutung sein. Deshalb wurde das ideale Alter für die Impfung auf 9–14 Jahre festgelegt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Erwachsene nicht von der Impfung profitieren können. Auch Personen im Alter von 15–45 Jahren können sich nach ärztlicher Rücksprache impfen lassen; insbesondere kann ein zusätzlicher Schutz gegen HPV‑Typen erreicht werden, mit denen bisher noch kein Kontakt bestand.
Die Anzahl der Dosen der HPV‑Impfung hängt vom Alter ab, in dem mit der Impfung begonnen wird. Während in bestimmten Altersgruppen zwei Dosen als ausreichend angesehen werden, kann bei einigen Personen ein Schema mit drei Dosen geplant werden. Insbesondere das Alter zu Beginn der Impfung kann im Hinblick auf die Immunantwort von Bedeutung sein.
Da die Immunantwort in dieser Altersgruppe stärker ausfallen kann, kann ein zweidosisiges Impfschema angewendet werden.
Das Impfschema ist in der Regel wie folgt:
1. Dosis,
2. Dosis etwa 6 Monate nach der ersten Dosis
kann so geplant werden.
Dass in dieser Altersgruppe zwei Dosen genügen können, wird mit der stärkeren Immunantwort des Immunsystems auf Impfstoffe in Verbindung gebracht.
Bei Personen im Alter von 15 Jahren und älter kann ein dreidosisiges Impfschema in Betracht gezogen werden.
Das allgemeine Impfschema lautet:
1. Dosis,
2. Dosis im 2. Monat,
3. Dosis im 6. Monat
Auch bei bestimmten besonderen Situationen, die das Immunsystem beeinflussen können, oder bei Personen mit Immundefizienz kann ein dreidosisiges Impfschema in Betracht gezogen werden.
Da der Impfzeitplan für die HPV‑Impfung je nach individuellen gesundheitlichen Gegebenheiten variieren kann, sollte die Beurteilung individuell erfolgen.
Nach der HPV‑Impfung benötigt das Immunsystem eine gewisse Zeit, um eine Immunantwort auszubilden. Zwar kann die Immunantwort bereits nach der ersten Dosis einsetzen, doch gilt der Abschluss des geplanten Impfschemas als wichtiger Bestandteil dieses Prozesses. Die Dauer dieses Prozesses kann je nach individuellen Besonderheiten variieren.
Nach der HPV‑Impfung können bei einigen Personen leichte und meist kurzzeitige Nebenwirkungen auftreten. Diese Erscheinungen können häufig mit der natürlichen Reaktion des Immunsystems auf die Impfung zusammenhängen.
Wie bei jeder Impfung können auch nach einer Impfung vorübergehende Beschwerden auftreten, die von Person zu Person unterschiedlich sind. Diese Symptome müssen nicht bei jeder geimpften Person auftreten und ihre Ausprägung kann variieren.
Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:
Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der Injektionsstelle,
Leichte Rötung,
Schwellung an der Injektionsstelle,
Gefühl von Müdigkeit und Abgeschlagenheit,
Leichtes Fieber,
Muskel- oder Gelenkschmerzen.
Diese Beschwerden klingen meist innerhalb kurzer Zeit ab. Unerwartete oder länger anhaltende Beschwerden sollten von einem fachkundigen Arzt beurteilt werden.
Nach der HPV‑Impfung können die geimpften Personen ihren Alltag in der Regel fortsetzen. Wichtig ist jedoch, mögliche vorübergehende Reaktionen an der Injektionsstelle zu beobachten und den Dosisplan regelmäßig einzuhalten.
Nach der HPV‑Impfung können bei einigen Personen leichte und kurzzeitige Reaktionen auftreten. Diese Situationen können sich bei jeder Person unterschiedlich darstellen. Es kann hilfreich sein, den allgemeinen Gesundheitszustand nach der Impfung zu beobachten und den geplanten Impfverlauf zu verfolgen.
Zu den Punkten, auf die geachtet werden kann, gehören:
Beobachtung von Schmerzen, Rötung oder Empfindlichkeit an der Injektionsstelle.
Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr im Laufe des Tages achten.
Bei Auftreten von Schwindel oder Schwächegefühl kurze Ruhepausen einlegen.
Unerwartete oder länger anhaltende Symptome abklären lassen.
Den geplanten Dosierungszeitplan nicht unterbrechen.
Bei Veränderungen des Gesundheitszustands entsprechende medizinische Kontrollen wahrnehmen.
Die nach der HPV‑Impfung beobachteten Reaktionen können sich von Person zu Person unterscheiden.
Nein. Die HPV‑Impfung schützt nicht vor allen HPV‑Typen. Daher sollten auch geimpfte Personen weiterhin regelmäßig Gebärmutterhalskrebs‑Screenings (Abstrich-/HPV‑Test) durchführen lassen.
Ja. Die HPV‑Impfung wird – wie bei Frauen – auch bei Männern eingesetzt, um eine Immunantwort gegen bestimmte HPV‑Typen aufzubauen. Männer können sowohl zum eigenen Schutz als auch zur Stärkung der Herdenimmunität geimpft werden.
Ein Kontakt mit HPV bedeutet nicht zwangsläufig, dass bereits eine Exposition gegenüber allen HPV‑Typen stattgefunden hat. Daher kann die Impftauglichkeit bei Personen mit HPV‑Kontaktanamnese individuell beurteilt werden. Da Impfstoffe eine Immunantwort gegen bestimmte HPV‑Typen auslösen sollen, kann die Entscheidung zur Impfung je nach Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und medizinischer Beurteilung variieren.
Langzeitbeobachtungsstudien zeigen, dass die Wirksamkeit der HPV‑Impfung mindestens 10–12 Jahre nach der Impfung anhält. Untersuchungen zur Notwendigkeit einer Auffrischimpfung laufen derzeit.
Der Impfplan für die HPV‑Impfung kann sich in besonderen Situationen wie der Schwangerschaft je nach individueller Beurteilung unterscheiden.