Sie ist eine sehr häufige Augenerkrankung, die unabhängig vom Geschlecht in jedem Alter auftreten kann. Die Erkrankung wird in zwei Formen unterteilt: vordere Blepharitis und hintere Blepharitis. Bei der vorderen Blepharitis sind der äußere Rand des Augenlids und die Wimpernansätze betroffen. Durch eine übermäßige Vermehrung von Bakterien auf der Haut sowie eine fettige bzw. schuppige Haut entsteht eine Blepharitis. Bei der hinteren Blepharitis ist der zum Auge hin gerichtete Teil des Lides betroffen; sie steht in Zusammenhang mit einer Funktionsstörung der Meibom- (Tränenfett‑)drüsen.
 

Woran erkennt man eine Lidrandentzündung?

Diese in jedem Alter beobachtbare Erkrankung macht sich innerhalb kurzer Zeit durch ihre Symptome bemerkbar. Das erste und wichtigste Symptom ist ein Schwellungsgefühl im Augenlid. Dieses kann von außen sichtbar sein, manchmal wird es jedoch nur von der betroffenen Person selbst wahrgenommen. Ein weiteres Symptom ist eine Rötung im Bereich der Wimpern. Lichtempfindlichkeit zählt ebenfalls zu den Anzeichen der Erkrankung. Die Diagnose kann rasch durch eine augenärztliche Untersuchung gestellt werden; in der Regel wird anschließend eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Die Behandlung kann zu Hause fortgesetzt werden, sollte jedoch unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, da dies den Heilungsprozess beschleunigt.
 

Diagnose der Lidrandentzündung

Zur Diagnose einer Lidrandentzündung, im Volksmund auch „Gerstenkorn“ genannt, ist neben der Augenuntersuchung auch eine Inspektion der Lidinnenseite erforderlich. Nach der mit den Händen und der Lupe bzw. geeigneten Instrumenten durchgeführten Untersuchung wird der Behandlungsplan erstellt; mit einer medikamentösen Therapie zeigt sich die Wirkung meist schon nach etwa einer Woche.
 

Von der Lidrandentzündung ausgelöste Erkrankungen

Blepharitis kann zu wiederkehrenden, akuten Entzündungen der Lidranddrüsen (Hordeolum/Gerstenkorn) und zu tastbaren, derben Schwellungen (Chalazion) führen. Besonders bei älteren Menschen kann es zu Problemen wie Einwärtsdrehen der Wimpern, Reiben der Wimpern auf der Hornhaut und Wimpernausfall kommen. Eine Lidrandentzündung beeinträchtigt die Sehfunktion des Auges nicht. Nur sehr selten kann sie eine Entzündung der Hornhaut (Keratitis) und damit Sehstörungen verursachen.

Bei Patienten, die sich einer intraokularen Operation unterziehen, kann eine Lidrandentzündung das Risiko für postoperative Infektionen erhöhen.
 

Vorbeugende Maßnahmen gegen Entzündungen

Gegen diese in ihrer Ursache bekannte Erkrankung lassen sich einige grundlegende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen:

Der Kontakt ungewaschener Hände mit dem Auge ist einer der wichtigsten Auslöser für Blepharitis. Eltern sollten bei Kindern besonders darauf achten und ihnen die Gewohnheit des regelmäßigen Händewaschens vermitteln.

Ungewaschene und verschmutzte Hände tragen zahlreiche Keime. Gelangen diese durch Kontakt an Auge und Augenpartie, siedeln sich die Erreger dort an; wenn sie geeignete Bedingungen vorfinden, können sie insbesondere zu Augenentzündungen, aber auch zu vielen anderen Erkrankungen führen. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten daher sensibel sein und sich tagsüber häufig die Hände waschen.

Ein weiterer Faktor sind Hygienemängel beim Tragen von Kontaktlinsen. Unabhängig davon, ob sie zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit oder aus kosmetischen Gründen getragen werden, müssen Linsen vor dem Einsetzen gründlich mit geeignetem Linsenmittel gereinigt und mit sauberen Händen eingesetzt werden. Wird darauf nicht geachtet, begünstigt dies wiederum das Auftreten einer Lidrandentzündung.

Auch das Nichtentfernen des tagsüber aufgetragenen Make-ups und dessen langfristiger Verbleib auf der Haut kann zu Augenentzündungen führen. Diese Produkte enthalten zahlreiche chemische Substanzen; sie verbinden sich mit dem Hautfett und Staubpartikeln aus der Umwelt und können so eine Augenentzündung verursachen und, wenn nicht darauf geachtet und nicht behandelt wird, sogar zu deutlich schwereren Augenerkrankungen führen. Deshalb ist es sehr wichtig, das Make-up vor dem Schlafengehen gründlich zu entfernen und das Auge mit reichlich Wasser zu waschen.
 

Behandlung der Lidrandentzündung

Die Lidrandentzündung ist eine leicht behandelbare, aber häufig wiederkehrende, hartnäckige Erkrankung und kann auch zu Hause therapiert werden. In der Behandlung ist es wichtig, den Wimpernansatz täglich regelmäßig mit einer warmen, feuchten und sauberen Kompresse oder einem Wattepad sanft zu massieren und zu reinigen. Dieser Vorgang sollte 2–3‑mal täglich jeweils 5 Minuten lang durchgeführt und der Wimpernansatz mit speziellen, Teebaumextrakt enthaltenden Shampoos gereinigt werden.

Die meisten Patienten müssen, um Rückfälle zu vermeiden, ihr Leben lang eine tägliche Reinigungsroutine einhalten. Darüber hinaus sind vom Augenarzt verordnete antibiotische Salben oder steroid­haltige Augentropfen sehr wichtig, um Komplikationen vorzubeugen und den Patienten zu entlasten. Liegt zusätzlich ein trockenes Auge vor, wird der Arzt auch Tränenersatz­tropfen empfehlen.

Wie sollte die tägliche Pflegeroutine bei Lidrandentzündung aussehen?

Um das Wiederauftreten von Entzündungen am Lidrand zu verhindern, müssen Hygienemaßnahmen zu einer festen Gewohnheit werden. Die Behandlung der Blepharitis beschränkt sich nicht nur auf Medikamente; auch tägliche Pflegeroutinen können ebenso wirksam sein wie die medikamentöse Therapie.

Das zweimal tägliche Reinigen des Lidrandes morgens und abends mit einem warmen, feuchten Tuch verringert die Entzündungsaktivität und trägt zur Gesunderhaltung der Wimpernansätze bei. Für alle, die sich fragen „Was ist Blepharitis?“, sei erwähnt, dass dieser entzündlichen Situation vor allem die Verstopfung der Talgdrüsen am Lidrand sowie die Ansammlung von Bakterien und abgestorbenen Zellen am Wimpernansatz zugrunde liegt. Daher wird insbesondere die regelmäßige Reinigung mit Augenreinigungstüchern oder Shampoos empfohlen, die Teebaumöl enthalten. Zudem sollte dekorative Kosmetik nur persönlich verwendet werden; das Waschen der verwendeten Pinsel nach jedem Gebrauch senkt ebenfalls das Infektionsrisiko.

Häufig gestellte Fragen

Was hilft bei einer Lidrandentzündung?

Die wirksamste Maßnahme bei einer Lidrandentzündung ist eine gute Hygiene. Warme Kompressen bewirken ein Erweichen der Ablagerungen am Wimpernansatz und das Öffnen verstopfter Drüsen. Vom Arzt empfohlene antibiotische Salben und teebaumölhaltige Produkte helfen, die Entzündung unter Kontrolle zu bringen. Die allgemeinste Antwort auf die Frage „Was hilft bei einer Entzündung des Lidrandes?“ lautet: regelmäßige Reinigung und die Verwendung geeigneter Produkte.

Warum kehrt Blepharitis immer wieder zurück?

Blepharitis ist eine chronische und zu Rückfällen neigende Erkrankung. Auch wenn sie behandelt wurde, kann sie bei Vernachlässigung der täglichen Pflege erneut auftreten. Trockene Augen, Hauterkrankungen wie Rosacea sowie eine geschwächte Immunabwehr können ebenfalls dazu beitragen, dass die Blepharitis wiederkehrt. Deshalb sollte der Fokus nicht nur auf der medikamentösen Therapie, sondern ebenso auf Veränderungen des Lebensstils liegen.

Wie lange dauert die Behandlung einer Blepharitis?

Die Dauer der Blepharitis-Behandlung variiert von Person zu Person, zeigt jedoch in der Regel innerhalb von 1 bis 3 Wochen erste Ergebnisse. Für eine vollständige Besserung kann jedoch eine über mehrere Monate konsequent durchgeführte Pflege erforderlich sein. Die Frage „Wie heilt eine Lidrandentzündung?“ macht deutlich, dass dieser Prozess individuelle Unterschiede aufweist. Antibiotische Tropfen, Salben und Reinigungslösungen bilden die Grundpfeiler der Therapie.

Worauf sollten Kontaktlinsenträger im Zusammenhang mit Blepharitis achten?

Kontaktlinsenträger sollten sich vor dem Einsetzen der Linsen unbedingt die Hände waschen und die Linsen mit sterilen Lösungen reinigen. Verschmutzte Linsen können eine Entzündung am Lidrand verursachen. Personen mit Anzeichen einer Blepharitis sollten das Tragen von Kontaktlinsen bis zur Besserung unterbrechen und Linsen nicht ohne augenärztliche Kontrolle erneut einsetzen.

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Erstellungsdatum : 06.05.2025
Aktualisierungsdatum : 30.06.2025
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