Wenn es um Hautglanz, ein fettiges Gefühl oder sichtbarere Poren geht, gehört die Frage „Was ist Sebum?“ zu den häufigsten. Sebum ist ein fettiges, lipidreiches, natürliches Sekret, das von den Talgdrüsen produziert wird. Diese Drüsen, die meist in Verbindung mit dem Haarfollikel arbeiten, transportieren das produzierte Sekret an die Hautoberfläche. Ziel dieser Absonderung ist nicht nur, Glanz zu erzeugen; sie bildet einen dünnen Schutzfilm auf der Haut, hilft den Wasserverlust zu verringern und unterstützt die Haut dabei, elastischer zu bleiben. Deshalb ist es nicht korrekt, Sebum lediglich als „überschüssiges Fett“ zu betrachten; sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig kann das Gleichgewicht der Haut beeinflussen.
Die Quelle des Sebums sind die Talgdrüsen. Diese Drüsen liegen in der Haut und arbeiten in den meisten Arealen zusammen mit den Haarfollikeln. Das produzierte Sekret wandert durch den Follikelkanal nach oben und erreicht so die Hautoberfläche. Sebum ist also kein von außen auf die Haut aufgebrachtes Stoffgemisch, sondern ein natürliches Sekret, das von den eigenen Strukturen der Haut gebildet wird.
Talgdrüsen kommen vor allem im Gesicht, in der Kopfhaut, im oberen Brustbereich und am Rücken gehäuft vor. Daher werden in diesen Regionen Glanz, fettiges Gefühl und das Hervortreten der Poren häufiger bemerkt. In manchen Arealen wie den Handinnenflächen und den Fußsohlen fehlen Talgdrüsen hingegen ganz; das zeigt, dass die Sebumverteilung am Körper nicht gleichmäßig ist.
Die Sebumproduktion verläuft nicht mit konstanter Geschwindigkeit. Alter, hormonelle Veränderungen und der Hauttyp beeinflussen diese Produktion. Vor allem unter dem Einfluss der als Androgene bekannten Hormone können die Talgdrüsen aktiver arbeiten. Einer der Hauptgründe für den deutlicheren Sebumanstieg in der Pubertät ist genau dieser Hormoneinfluss.
Die Hauptaufgabe des Sebums besteht darin, einen dünnen Fettfilm auf der Hautoberfläche zu bilden. Dieser Film hilft, den transepidermalen Wasserverlust zu verringern. Eine bessere Bewahrung der Hautfeuchtigkeit trägt dazu bei, das Trockenheitsgefühl und die Spannung an der Oberfläche zu reduzieren. Vor allem in Regionen, die ständig mit der Umwelt in Kontakt stehen, ist diese natürliche Schicht ein Teil des Abwehrsystems der Haut.
Dieses Sekret trägt außerdem dazu bei, dass die Haut weicher und elastischer wahrgenommen wird. Die Hautbarriere bleibt nicht nur durch Wasser-, sondern auch durch ihren Fettgehalt im Gleichgewicht. Ist ausreichend Sebum vorhanden, kann sich die Hautoberfläche freier bewegen, Schuppung ist weniger ausgeprägt und die Haut wird widerstandsfähiger gegen Reibung.
Das in der Kopfhaut gebildete Sebum erfüllt eine ähnliche Funktion. Es verhindert, dass die Haare vollkommen trocken und glanzlos erscheinen, und schützt die Oberfläche der Kopfhaut. Kurz gesagt ist Sebum kein schädliches Abfallprodukt, das der Körper loswerden möchte, sondern bei richtiger Menge ein natürlicher Bestandteil der Hautphysiologie.
Sebum und Schweiß werden oft miteinander verwechselt, sind aber nicht dasselbe Sekret. Sebum stammt aus den Talgdrüsen und ist lipidreich. Schweiß hingegen wird von den Schweißdrüsen produziert und besteht vorwiegend aus Wasser und darin gelösten Stoffen. Die Aufgabe des einen ist es, die Hautoberfläche mit einer Fettschicht zu schützen, während die Hauptaufgabe des anderen in der Mitwirkung an der Regulierung der Körpertemperatur liegt.
Dieser Unterschied ist auch im Alltag spürbar. Die nach dem Sport entstehende Nässe auf der Haut hängt größtenteils mit Schweiß zusammen. Der im Laufe des Tages, insbesondere an Stirn, Nase und Kopfhaut, entstehende Glanz hingegen ist eher mit Sebum assoziiert. Manchmal können beide Situationen gleichzeitig auftreten; beispielsweise kann es bei warmem Wetter sowohl zu vermehrtem Schwitzen kommen als auch zu einem stärker glänzenden Hautbild. Dennoch sind Herkunft und Funktion beider Sekrete unterschiedlich.
Diese Unterscheidung zu kennen, ist wertvoll, um Veränderungen der Haut richtig einzuordnen. Ein fettiges Aussehen bedeutet nicht immer Schwitzen; ebenso zeigt ein schwitziges Gefühl nicht zwangsläufig einen Sebumüberschuss an.
Die Sebumproduktion wird von Hormonen beeinflusst, insbesondere von Androgenen. Da die Wirkung dieser Hormone in der Pubertät ausgeprägter ist, können die Talgdrüsen aktiver arbeiten. Deshalb wird bei jungen Menschen eine Fettigkeit an Stirn, Nase, Kinn und Rücken häufiger wahrgenommen.
Bei manchen Menschen ist die Haut von Natur aus fettiger. Dies hängt mit der Größe und der Aktivität der Talgdrüsen zusammen. Selbst bei zwei Personen mit denselben Pflegeroutinen kann die Sebumproduktion unterschiedlich hoch sein.
Warme Umgebungen, intensive körperliche Aktivität und häufiger Kontakt der Hautoberfläche können das fettige Erscheinungsbild verstärken. Diese Zunahme beruht manchmal auf einem echten Sebumüberschuss, manchmal darauf, dass das vorhandene Sekret auf der Haut sichtbarer wird.
Anwendungen, die die Haut übermäßig austrocknen oder die Oberfläche reizen, können das Gleichgewicht stören. Wird die Hautbarriere stark beansprucht, kann sich die Oberfläche subjektiv fettiger anfühlen, und Betroffene versuchen dies durch immer neue Maßnahmen zu unterdrücken. Dieser Kreislauf kann statt Erleichterung zu mehr Glanz und gesteigerter Empfindlichkeit führen.
Fettige Haut ist meist mit einer erhöhten Sebumproduktion verbunden, die beiden Begriffe sind jedoch nicht deckungsgleich. Ein glänzendes Hautbild kann auch von der Beschaffenheit der verwendeten Produkte, vom Schwitzen im Tagesverlauf oder von Ablagerungen auf der Hautoberfläche herrühren.
Andererseits fallen bei einer wirklich übermäßigen Sebumproduktion ein klebriges Gefühl auf der Haut, schnell verlaufendes oder fleckig werdendes Make-up, rasch fettende Kopfhaut und deutlicher sichtbare Poren auf. Trifft überschüssiges Sekret auf abgestorbene Zellen, kann es die Verstopfung von Follikeln und Poren begünstigen. Diese Verstopfung kann zur Bildung von Komedonen und Akne beitragen; Sebum ist jedoch nicht die einzige Ursache von Akne.
Ein fettiger Hauttyp allein stellt keine Erkrankung dar. Das eigentliche Problem entsteht, wenn Fettigkeit von Verhornungsstörungen, entzündlichen Läsionen, Empfindlichkeit oder anhaltenden, den Alltag beeinträchtigenden Beschwerden begleitet wird.
Bei zu wenig Sebum kann sich die Haut trockener, gespannter und matter anfühlen. Eine feine Schuppung der Oberfläche, Spannungsgefühl nach der Reinigung und eine erhöhte Neigung zu Reizungen können beobachtet werden. Dieses Bild kann darauf hindeuten, dass der schützende Fettfilm der Haut geschwächt ist.
Bei überschüssigem Sebum stehen Glanz, sichtbarere Poren und ein intensiveres Fettigkeitsgefühl vor allem in der T-Zone im Vordergrund. Eine rasch fettende Kopfhaut kann damit einhergehen. Wenn zu diesem Bild Mitesser, geschlossene Komedonen, entzündliche Pickel oder schmerzhafte tief sitzende Läsionen hinzukommen, handelt es sich nicht mehr nur um ein kosmetisches Problem.
Um das Gleichgewicht der Haut zu beurteilen, reicht es nicht aus, nur ein einziges Symptom zu betrachten. Das Erscheinungsbild der Oberfläche, die Dauer des wahrgenommenen Trockenheits- oder Fettigkeitsgefühls und begleitende Läsionen sollten gemeinsam bewertet werden, um ein zutreffenderes Gesamtbild zu erhalten.
Sebum ist ein natürlicher Bestandteil der Haut; Ziel ist nicht, es vollständig zu beseitigen, sondern das Gleichgewicht der Haut zu erhalten. Wenn die Fettigkeit deutlich zunimmt, Porenverstopfungen häufiger auftreten oder Akne beginnt, den Alltag zu beeinträchtigen, ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll. Besonders bei plötzlich einsetzender und rasch sich verschlechternder Akne, schmerzhaften Knoten oder kystenähnlichen Läsionen, Sekretion, ausgeprägter Rötung und der Tendenz zur Narbenbildung sollte ohne Verzögerung eine Dermatologin bzw. ein Dermatologe aufgesucht werden.