Dass Beschwerden wie vaginaler Ausfluss, Juckreiz, Brennen oder Geruch abklingen und kurze Zeit später erneut auftreten, ist eine häufige Situation. Der wichtigste Punkt dabei ist: „Vaginalinfektion“ ist keine einzelne Krankheitsbezeichnung. Unter den Begriffen Vaginitis und Vulvovaginitis fallen verschiedene Ursachen; manchmal handelt es sich um eine vaginale Pilzinfektion, also eine vulvovaginale Candidose, manchmal um eine bakterielle Vaginose, manchmal auch um eine Zervizitis oder Trichomoniasis, die ähnliche Beschwerden verursachen können. Daher ist es nicht richtig, jedes Wiederauftreten als dasselbe Problem zu bewerten.

Bei wiederkehrenden Beschwerden ist das eigentliche Ziel nicht nur, die Symptome zu unterdrücken, sondern zu verstehen, welche Situation sich tatsächlich wiederholt. Bei Symptomen wie vaginalem Ausfluss, Juckreiz, Brennen und Geruch reicht es meist nicht aus, sich nur auf die Anamnese zu stützen. Vor allem bei häufig wiederkehrenden Episoden können Vermutungen ohne gesicherte Diagnose dazu führen, dass das Problem fortbesteht oder eine andere Ursache übersehen wird.

Warum entstehen wiederkehrende Vaginalinfektionen?

Bei einer Person, die in einer bestimmten Phase eine Pilzinfektion hatte, kann die nächste Episode eine bakterielle Vaginose sein. Manchmal liegt die Ursache der als Infektion gedeuteten Beschwerden auch nicht in der Vagina, sondern z.B. in einer Reizung im äußeren Genitalbereich, einem allergischen Kontakt, einer Hautempfindlichkeit oder einer die Zervix betreffenden Zervizitis. Kurz gesagt: Wiederkehrendes Symptom und wiederkehrende Diagnose sind nicht dasselbe.

Auch die Tatsache, dass ähnliche Beschwerden früher bereits aufgetreten sind, beweist nicht, dass die neue Episode dieselbe Ursache hat. Selbstbehandlung oder das Handeln nach früheren Erfahrungen kann zwar eine vorübergehende Besserung bringen, aber die eigentliche Ursache verschleiern. Das erschwert insbesondere bei häufig wiederkehrenden Vulvovaginitis-Bildern die Beurteilung.

Pilz, bakterielle Vaginose oder eine andere Ursache?

Falsche oder unvollständige Diagnose

Einer der wichtigsten Gründe für den Eindruck eines Wiederauftretens ist, dass das ursprüngliche Problem nicht korrekt klassifiziert wurde. Während Juckreiz und Reizung eher bei einer vaginalen Pilzinfektion im Vordergrund stehen, können starker Geruch und Ausfluss bei bakterieller Vaginose ausgeprägter sein. Trichomoniasis ist eine separate, sexuell übertragbare Infektion. Auch eine Zervizitis kann mit Ausfluss, Brennen oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr diese Krankheitsbilder imitieren. Da ähnliche Symptome verschiedene Ursachen haben können, ist bei wiederkehrenden Beschwerden eine ärztliche Untersuchung wichtig.

Störung des vaginalen Flora-Gleichgewichts

Im Zentrum der Frage, warum eine bakterielle Vaginose wiederkehrt, steht häufig das Gleichgewicht der vaginalen Flora. Wenn die natürliche mikrobielle Zusammensetzung der Vagina aus unterschiedlichen Gründen gestört ist, kann das schützende Gleichgewicht geschwächt werden. Vaginalduschen, die Anwendung von parfümierten oder reizenden Produkten, eine häufige und aggressive Reinigung des Bereichs oder andere reizende Maßnahmen können dieses Gleichgewicht beeinflussen. Das Problem besteht hier nicht nur in der Aufnahme von Keimen von außen, sondern in der Veränderung des natürlichen Milieus.

Begünstigende Gesundheitszustände

Hormonelle Veränderungen, Schwangerschaft, Störungen des Blutzuckergleichgewichts, Erkrankungen, die das Immunsystem beeinflussen, und bestimmte Therapien können das vaginale Milieu verändern und Episoden begünstigen. Diese Punkte sollten nicht so verstanden werden, als läge bei der betroffenen Person zwangsläufig eine solche Ursache vor, sondern als Möglichkeiten, die bei der Untersuchung zu berücksichtigen sind. Laufende Behandlungen sollten außer auf ärztliche Empfehlung nicht verändert werden.

Abbruch oder unregelmäßige Anwendung der Therapie

Wenn die Beschwerden nachlassen, die diagnostische Abklärung abzubrechen oder die empfohlene Behandlung unregelmäßig anzuwenden, kann dazu führen, dass die Symptome in kurzer Zeit wiederkehren. In einem solchen Fall kann die betroffene Person denken, dass eine neue Infektion entstanden ist; mitunter ist jedoch das vorherige Krankheitsbild noch nicht vollständig abgeheilt. Bei häufig wiederkehrenden Beschwerden wird diese Unterscheidung durch die ärztliche Untersuchung getroffen.

Sexuell übertragene Infektionen

Nicht jede Vaginalinfektion ist sexuell übertragbar. Die vulvovaginale Candidose gilt im Allgemeinen nicht als sexuell übertragbare Infektion. Dagegen ist Trichomoniasis eine sexuell übertragbare Infektion. Einige Ursachen der Zervizitis können ebenfalls mit sexuellen Kontakten in Zusammenhang stehen.

Welche Symptome unterscheiden bei wiederkehrenden Vaginalinfektionen?

Bei einer vaginalen Pilzinfektion können starker Juckreiz, Reizung, Rötung und Brennen ausgeprägter sein. Bei der bakteriellen Vaginose stehen Geruch und Ausfluss im Vordergrund. Bei Trichomoniasis können Ausfluss, Brennen und Reizung auftreten; aufgrund der Ansteckungsgefahr wird sie jedoch gesondert beurteilt. Eine Zervizitis kann sich mit Schmierblutungen nach dem Geschlechtsverkehr, einem pelvinen Druck- bzw. Unwohlgefühl oder einem ungewohnten Ausfluss bemerkbar machen.

Trotzdem ist es nicht zuverlässig, eine sichere Unterscheidung allein anhand von Farbe, Geruch oder Menge des Ausflusses zu treffen. Dieselbe Person kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Krankheitsbilder erleben. Daher sollte bei häufig wiederkehrenden oder nicht abklingenden Beschwerden die Frage „Pilz oder bakterielle Vaginose?“ durch Untersuchung und, falls erforderlich, durch mikroskopische oder laborchemische Analyse von Proben geklärt werden.

Was tun, wenn Vaginalinfektionen ständig auftreten?

Der erste Schritt besteht darin, nicht zu versuchen, jede neue Beschwerde mit einer früheren Diagnose zu erklären. Bei häufig wiederkehrendem vaginalem Ausfluss, Juckreiz, Brennen oder Geruch ist es sinnvoll, eine Fachärztin bzw. einen Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe aufzusuchen. Bei der Untersuchung können der Beginn der Symptome, ihr Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, eine mögliche Zunahme nach dem Geschlechtsverkehr, verwendete Reinigungsprodukte, eine bestehende Schwangerschaft und die Merkmale früherer Episoden erfragt werden.

Falls erforderlich, können eine Bestimmung des vaginalen pH-Werts, eine Probenuntersuchung oder andere Tests veranlasst werden. Es sollten nicht bei jeder Patientin dieselben Tests erwartet werden; die Untersuchungen werden anhand der klinischen Befunde ausgewählt. Ziel ist es nicht nur, die Symptome zu benennen, sondern festzustellen, ob tatsächlich eine Vaginitis, Vulvovaginitis, Zervizitis oder eine sexuell übertragbare Infektion vorliegt.

Was ist im Alltag wichtig, um das Rezidivrisiko zu verringern?

Schlichte Pflegegewohnheiten, die die natürliche Beschaffenheit des Genitalbereichs erhalten, sind wichtig. Auf Vaginalduschen zu verzichten, wohlriechende Seifen und parfümierte Produkte zu meiden, reizende Anwendungen zu unterlassen und feuchte Kleidung nicht längerfristig zu tragen, kann hilfreich sein. Schweißnasse Kleidung möglichst bald zu wechseln und gewohnheitsmäßige Reizungen des Bereichs zu verringern, sind ebenfalls unterstützende Schritte.

Wenn Beschwerden nach bestimmten Produkten, nach dem Geschlechtsverkehr oder in bestimmten Phasen wiederkehren, sollten diese Details bei der Untersuchung mitgeteilt werden. Kehren die Beschwerden trotz vollständigem Abklingen in kurzen Abständen zurück, sollte dies nicht nur als neue Episode, sondern auch unter dem Aspekt betrachtet werden, dass eine zugrunde liegende Ursache möglicherweise noch nicht gelöst ist.

Ansteckend, welche Fachrichtung ist zuständig, wann sollte nicht gezögert werden?

Nicht alle wiederkehrenden Vaginalinfektionen sind ansteckend. Die bakterielle Vaginose gilt im klassischen Sinn nicht als sexuell übertragbare Infektion; jedoch können mit sexueller Aktivität verbundene Faktoren bei ihrer Entstehung eine Rolle spielen. Auch die vaginale Pilzinfektion wird in den meisten Fällen nicht als klassische sexuell übertragbare Infektion gewertet. Dagegen ist Trichomoniasis ansteckend und erfordert eine adäquate Abklärung. Die primäre zuständige Fachrichtung für diese Beschwerden ist die Gynäkologie und Geburtshilfe.

Wenn der Ausfluss von Unterbauchschmerzen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, neu aufgetretenen Symptomen in der Schwangerschaft, deutlich schlechtem Geruch, zunehmendem Brennen oder einer allgemeinen Verschlechterung des Allgemeinbefindens begleitet wird, sollte die Abklärung nicht aufgeschoben werden. Diese Befunde sind nicht immer Teil desselben gutartigen Vaginitis-Bildes und können die Abklärung einer anderen Ursache erforderlich machen.

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Hinter wiederkehrenden Beschwerden steht nicht immer ein einzelner Grund. Falsche oder unzureichende Diagnosen, ein Ungleichgewicht der vaginalen Flora, begünstigende Gesundheitszustände, ein unvollständiger Behandlungsansatz oder bestimmte sexuell übertragbare Infektionen können dazu führen, dass die Symptome erneut auftreten.
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Erstellungsdatum : 21.07.2026
Aktualisierungsdatum : 23.07.2026
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