Die Augenrötung nach dem Schwimmbadbesuch ist eine der häufigsten Augenbeschwerden in den Sommermonaten. Rötung, Brennen, Stechen und Tränen nach der Nutzung des Schwimmbeckens können häufig auf eine vorübergehende Reizung der Augenoberfläche durch Chlor oder andere Beckenchemikalien zurückzuführen sein. In manchen Fällen kann jedoch auch eine durch Bakterien, Viren oder andere Mikroorganismen verursachte Augeninfektion im Schwimmbad mit ähnlichen Symptomen einhergehen. In Schwimmbecken mit unzureichenden Hygienebedingungen, bei Kontaktlinsenträgern und bei Personen mit trockenen Augen kann das Risiko erhöht sein.
Nicht jede Augenrötung nach einem Schwimmbadbesuch bedeutet eine Infektion. Treten jedoch zur Rötung Schmerzen, Verklebungen, Lichtempfindlichkeit oder verschwommenes Sehen hinzu, ist eine augenärztliche Abklärung wichtig. Diese Symptome können manchmal auf eine vorübergehende Reizung, manchmal aber auch auf eine behandlungsbedürftige Augeninfektion hinweisen.
Eine leichte Rötung, die einige Stunden nach dem Verlassen des Schwimmbeckens auftritt, kann häufig durch die Einwirkung von Chemikalien auf die Augenoberfläche entstehen und sich meist rasch von selbst zurückbilden.
Folgende Symptome können allerdings auf mehr als eine leichte Reizung hindeuten:
Starke Augenschmerzen
Ausgeprägte Verklebung der Augen (Sekretbildung)
Verschwommenes Sehen
Deutliche Schwellung des Augenlids
Starke Rötung nur an einem Auge
Beschwerden dauern länger als 24 Stunden an
Bei Vorliegen dieser Befunde ist es ratsam, einen spezialisierten Arzt zu konsultieren.
Augenrötung nach dem Schwimmbadbesuch entsteht meist durch Chloramingas, das sich bildet, wenn dem Beckenwasser zugesetztes Chlor mit Schweiß, Urin und anderen Körpersekreten reagiert, durch eine Störung der natürlichen Schutzschicht des Auges oder durch einen vom Augen-pH-Wert abweichenden pH-Wert des Wassers. Diese Faktoren können eine vorübergehende Reizung, Brennen und Rötung der Augenoberfläche verursachen.
Wirkung von Chloraminen: Der dem Beckenwasser zur Sterilisation zugesetzte freie Chlor reagiert mit Schweiß, Urin und anderen Körpersekreten im Wasser zu chemischen Verbindungen, die Chloramine genannt werden. Der eigentliche Auslöser für die starke Reizung, Rötung und das Brennen an der Augenoberfläche ist dieses Chloramingas.
Störung des Tränenfilms: Chlor und andere Desinfektionsmittel können das Gleichgewicht des schützenden Tränenfilms auf der Augenoberfläche vorübergehend beeinträchtigen. Dadurch kann es zu Trockenheit, Brennen und Reizungsgefühl kommen, und die Augenoberfläche kann empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen werden.
pH-Ungleichgewicht: Der natürliche pH-Wert des menschlichen Auges liegt durchschnittlich bei etwa 7,4. Weicht der pH-Wert des Beckenwassers vom Idealbereich (7,2 - 7,6) ab, kann dies zu einer chemischen Konjunktivitis führen.
Unkontrolliert oder unzureichend desinfiziertes Beckenwasser bietet einen günstigen Nährboden für die Vermehrung von Mikroorganismen. Zu den häufigsten Augenproblemen nach dem Schwimmbadbesuch gehören:
Chemische Konjunktivitis kann entstehen, wenn Chlor oder andere Desinfektionsmittel im Beckenwasser die Augenoberfläche reizen. In diesem nicht infektiösen Zustand können Rötung, Brennen, Stechen und Tränen der Augen auftreten.
Die Symptome lassen in der Regel innerhalb kurzer Zeit nach, bei starker Reizung kann jedoch eine Beurteilung der Augenoberfläche erforderlich sein.
Dies ist eine durch Bakterien und Viren verursachte, potenziell ansteckende Augenentzündung, die aufgrund unzureichender Chlorung im Wasser überleben können.
Bei manchen Personen können im Beckenwasser verwendete Chemikalien oder in der Umgebung befindliche Allergene wie Pollen eine allergische Reaktion an den Augen auslösen.
In diesem Fall können folgende Symptome auftreten:
Starker Juckreiz
Tränenfluss
Leichte Rötung
Gefühl von Druck oder Fülle in den Augen
können als Beschwerden beobachtet werden.
Die Hornhaut (Kornea) ist die äußerste, transparente Schicht des Auges. Eine durch Infektion bedingte Beteiligung der Hornhaut wird als Keratitis bezeichnet.
Eine Keratitis kann schwerer verlaufen und folgende Symptome verursachen:
Starke Schmerzen
Starker Tränenfluss
Unfähigkeit, ins Licht zu sehen
Sehminderung
Fremdkörpergefühl im Auge
Unbehandelt kann Keratitis zu bleibenden Schäden im Hornhautgewebe führen. Eine frühzeitige Diagnose und geeignete Therapie sind wichtig.
Bei schwimmbadbedingten Augeninfektionen können die Symptome je nach auslösendem Erreger variieren. Zu den häufigsten Beschwerden gehören jedoch:
Deutliche Rosafärbung oder starke Rötung des Weißanteils des Auges.
Durch ausgeprägten Augenausfluss insbesondere morgens starke Verklebung und erschwertes Öffnen der Augenlider.
Gefühl von Sandkörnchen im Auge mit Stechen und Unbehagen.
Ausgeprägte Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und Tränenfluss.
Schwellung (Ödem) der Augenlider und des Gewebes um das Auge herum.
In fortgeschrittenen Fällen Abnahme der Sehqualität und verschwommenes Sehen.
Das Schwimmen mit Kontaktlinsen ist riskant, weil Mikroorganismen an der Linsenoberfläche anhaften und so längere Zeit mit der Hornhaut in Kontakt bleiben können. Einige Mikroorganismen in nicht hygienischen Gewässern können, wenn auch selten, Hornhautinfektionen verursachen. Daher wird vom Schwimmen mit Kontaktlinsen abgeraten.
Für Personen, die beim Schwimmen eine Sehhilfe benötigen, können Korrektions-Schwimmbrillen oder andere von der Ärztin/dem Arzt empfohlene Alternativen in Betracht gezogen werden.
Um zu verhindern, dass der Badespaß im Sommer zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führt, sollten im Rahmen des Schutzes der Augengesundheit im Sommer folgende Empfehlungen beachtet werden:
Verwendung einer Schutzbrille: Um den direkten Kontakt des Beckenwassers mit der Augenoberfläche zu vermeiden, kann eine vollständig abdichtende Schwimmbrille getragen werden. Für Personen mit Fehlsichtigkeit gibt es spezielle Schwimmbrillen mit Stärke.
Kontaktlinsen: Kontaktlinsen sollten vor der Nutzung des Schwimmbeckens entfernt werden.
Abspülen mit sauberem Wasser: Unmittelbar nach dem Verlassen des Schwimmbeckens sollten Augenpartie und Gesicht mit sauberem Wasser gewaschen werden, um chemische Rückstände zu entfernen.
Tränenersatzmittel verwenden: Zur Linderung von Trockenheit und Reizung der Augenoberfläche können auf Empfehlung einer Fachärztin/eines Facharztes künstliche Tränen in Form von Augentropfen angewendet werden.
Augenreiben vermeiden: Wenn nach dem Schwimmbadbesuch Juckreiz auftritt, kann das Reiben der Augen mit den Händen dazu führen, dass Bakterien von den Händen ins Auge übertragen werden und durch Mikrokratzer an der Hornhaut die Infektion in tiefere Gewebeschichten eindringt.
Nicht jede Augeninfektion ist ansteckend. Die Ansteckungsfähigkeit hängt vom auslösenden Erreger ab. Einige virale und bakterielle Konjunktivitisformen können durch Kontakt mit infizierten Augensekreten oder über gemeinsam benutzte Handtücher, Kopfkissenbezüge und Körperpflegeprodukte auf andere Personen übertragen werden.
Durch Chlor verursachte Augenreizungen und allergische Konjunktivitis sind hingegen nicht ansteckend. Daher ist es wichtig, bei Rötung oder Tränenfluss der Augen die Ursache der Beschwerden abzuklären.
Kinder verbringen in den Sommermonaten im Schwimmbad häufig mehr Zeit als Erwachsene und haben intensiveren Wasserkontakt. Dass sie die Augen unter Wasser öffnen, keine Schutzbrille tragen und sich beim Spielen häufig mit den Händen an die Augen fassen, kann zu Reizungen der Augenoberfläche oder zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen.
Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit schwimmbadbedingter Augenprobleme bei Kindern erhöhen können, sind unter anderem:
Augen unter Wasser öffnen
Langer Kontakt mit Beckenwasser kann den natürlichen Tränenfilm der Augenoberfläche vorübergehend stören. Dadurch kann es zu vorübergehender Reizung mit Rötung, Tränenfluss oder Stechen kommen.
Keine Schutzbrille tragen
Ohne Schwimmbrille kommen die Augen in direkten Kontakt mit dem Beckenwasser. Das Tragen einer Schutzbrille kann helfen, das Reizungsrisiko zu verringern.
Augenreiben
Wenn Kinder nach dem Schwimmbadbesuch Juckreiz oder Brennen in den Augen verspüren, reiben sie sich reflexartig die Augen. Dies kann die Reizung der Augenoberfläche verstärken und zugleich die Übertragung von Mikroorganismen von den Händen auf das Auge begünstigen.
Es wird empfohlen, dass Kinder nach dem Verlassen des Schwimmbeckens die Augen mit sauberem Wasser abspülen und kein gemeinsames Handtuch benutzen. Bei anhaltender Rötung, Verklebung oder Schmerzen der Augen sollte ein Facharzt aufgesucht werden.