Der Harnstoff-Atemtest ist ein nicht-invasives Diagnoseverfahren, das zur Beurteilung einer Infektion mit Helicobacter pylori (H. pylori), einem der wichtigsten Gründe für Magenbeschwerden, eingesetzt wird. Bei diesem Test, der ohne Endoskopie durchgeführt werden kann, werden die vom Patienten entnommenen Atemproben analysiert, um zu beurteilen, ob das Bakterium im Magen aktiv vorhanden ist oder nicht. Bei Personen mit Sodbrennen, Verdauungsstörungen, Blähungen, Schmerzen im Oberbauch sowie Verdacht auf Gastritis oder Ulkus kann der Harnstoff-Atemtest nach ärztlicher Beurteilung bevorzugt eingesetzt werden und auch zur Kontrolle dienen, ob das Bakterium nach der Behandlung vollständig eliminiert wurde.

Was ist ein Harnstoff-Atemtest?

Helicobacter pylori sondert ein spezielles Enzym namens „Urease“ ab, um im Magenmilieu überleben zu können. Der Harnstoff-Atemtest misst die durch dieses Enzym verursachte biologische Veränderung und hilft so bei der Beurteilung, ob das H.-pylori-Bakterium aktiv vorhanden ist oder nicht.

Unter normalen Bedingungen unterliegt der im Magen vorhandene Harnstoff keiner Veränderung. Befindet sich jedoch H. pylori im Magen, spaltet das vom Bakterium produzierte Enzym Urease den Harnstoff und führt zur Bildung von Ammoniak und Kohlendioxid. Durch das beim Test verwendete, speziell markierte Kohlenstoffmolekül wird das entstehende Kohlendioxid über die Atemluft ausgeschieden und mit speziellen Analysegeräten gemessen, um die Präsenz des Bakteriums zu beurteilen. Diese Methode ist eines der Diagnoseverfahren, die zur Bestimmung einer aktiven Infektion eingesetzt werden.

Warum wird ein Harnstoff-Atemtest durchgeführt?

Der Harnstoff-Atemtest kann zur Abklärung der Ursache lang anhaltender Magenbeschwerden sowie zur Beurteilung der Wirksamkeit einer durchgeführten Behandlung eingesetzt werden. Ob der Test erforderlich ist, wird anhand der Beschwerden der Person, ihrer Krankengeschichte und der ärztlichen Beurteilung entschieden.

Beurteilung einer Helicobacter-pylori-Infektion

Bei Personen mit Sodbrennen, Verdauungsstörungen, Blähungen, Schmerzen im Oberbauch, frühem Sättigungsgefühl und häufig wiederkehrenden Magenbeschwerden kann der Verdacht auf eine H.-pylori-Infektion bestehen. In diesem Fall kann der Harnstoff-Atemtest dabei helfen zu beurteilen, ob das Bakterium aktiv vorhanden ist oder nicht.

Abklärung von Gastritis und peptischen Ulzera

Helicobacter pylori zählt zu den wichtigsten Ursachen der chronischen Gastritis sowie von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Bei Patienten, bei denen der Arzt an Gastritis und peptische Ulzera denkt, kann zur Abklärung, ob eine zugrunde liegende H.-pylori-Infektion besteht, ein Harnstoff-Atemtest angefordert werden.

Kontrolle des Behandlungserfolgs bei H.-pylori-Therapie

Nach einer Behandlung der H.-pylori-Infektion ist es wichtig zu beurteilen, ob das Bakterium vollständig eliminiert wurde oder nicht. Da der Harnstoff-Atemtest zu den Methoden gehört, die eine aktive Infektion nachweisen, wird er zur Beurteilung des Therapieerfolgs bevorzugt eingesetzt. 

Kann zur Vermeidung unnötigen Arzneimittelgebrauchs beitragen

Langanhaltende Magenbeschwerden müssen nicht immer auf eine H.-pylori-Infektion zurückzuführen sein. Ebenso erfordert nicht jede Magenbeschwerde die Einnahme von magenschützenden Medikamenten. Ein in geeigneten Fällen vom Arzt veranlasster Test kann dazu beitragen, die Ursache der Beschwerden genauer zu beurteilen und die Therapieplanung anhand wissenschaftlicher Daten vorzunehmen.

Wie wird ein Harnstoff-Atemtest durchgeführt?

Beim Harnstoff-Atemtest werden weder eine endoskopische Maßnahme noch eine Injektion oder ein chirurgischer Eingriff durchgeführt. Einschließlich Vorbereitungs- und Wartezeit kann er im Durchschnitt innerhalb von 30–40 Minuten abgeschlossen werden.

Der Harnstoff-Atemtest besteht aus vier grundlegenden Schritten: Entnahme der ersten Atemprobe, Verabreichung der markierten Harnstofflösung, Wartezeit und Entnahme der zweiten Atemprobe. Die beim Test verwendete markierte Harnstofflösung tritt im Magen mit dem Ureaseenzym des Helicobacter-pylori-Bakteriums in Wechselwirkung. Ist das Bakterium vorhanden, wird das entstehende markierte Kohlendioxid über die Atemluft ausgeschieden und von speziellen Analysegeräten ausgewertet.

Wie erfolgt die Vorbereitung vor dem Test?

Damit der Harnstoff-Atemtest zuverlässige Ergebnisse liefert, müssen vor dem Eingriff bestimmte Vorbereitungsvorgaben eingehalten werden. Da die Vorbereitungsdauer je nach eingesetzten Medikamenten und Gesundheitszustand der Person variieren kann, sollten vor dem Eingriff die Empfehlungen des Arztes beachtet werden.

Im Allgemeinen gilt:

  • Vor dem Test wird ein gewisser Nüchternheitszeitraum verlangt.

  • Nach Abschluss einer Antibiotikatherapie ist ein bestimmter Wartezeitraum einzuhalten.

  • Da Magenschutzmedikamente aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer (PPI) das Testergebnis beeinflussen können, kann es notwendig sein, sie nach ärztlicher Empfehlung vorübergehend abzusetzen.

  • Am Testtag kann empfohlen werden, nicht zu rauchen und keinen Kaugummi zu kauen.

Die Dauer des Absetzens von Medikamenten kann je nach Person variieren; über das Absetzen eines Arzneimittels sollte ausschließlich auf ärztliche Empfehlung hin entschieden werden.

Entnahme der ersten Atemprobe

Zu Beginn des Eingriffs wird der Patient gebeten, ganz normal in einen speziell vorbereiteten Atembeutel oder ein Analysieröhrchen zu atmen. Diese erste Probe wird als Ausgangswert betrachtet und anschließend mit der zweiten Probe verglichen.

Verabreichung der markierten Harnstofflösung

Nach Entnahme der ersten Probe erhält der Patient eine spezielle Harnstofflösung, die mit Kohlenstoff-13 (C13) markiert ist, zum Trinken. In manchen Anwendungen kann dieser Stoff auch in Kapselform verabreicht werden.

Da C13 ein natürliches und nicht radioaktives Kohlenstoffisotop ist, führt der Test zu keiner Exposition gegenüber ionisierender Strahlung.

Wartezeit

Nach Aufnahme der Lösung wird etwa 15–30 Minuten gewartet. Befindet sich in diesem Zeitraum Helicobacter pylori im Magen, spaltet das vom Bakterium produzierte Ureaseenzym den markierten Harnstoff und führt zur Bildung von markiertem Kohlendioxid. Das entstehende Gas gelangt in den Blutkreislauf, erreicht die Lunge und wird über die Atemluft ausgeschieden.

Entnahme der zweiten Atemprobe

Nach Ablauf der Wartezeit wird der Patient gebeten, ein zweites Mal eine Atemprobe abzugeben. Die Menge des markierten Kohlendioxids in der ersten und zweiten Probe wird mit speziellen Analysegeräten verglichen und ausgewertet.

Das erzielte Ergebnis trägt zur klinischen Beurteilung des Arztes über das aktive Vorhandensein des H.-pylori-Bakteriums bei.

Wie lange dauert ein Harnstoff-Atemtest?

Während die eigentliche Durchführung des Tests nur wenige Minuten dauert, wird der Eingriff einschließlich Wartezeit im Durchschnitt innerhalb von 30–40 Minuten abgeschlossen. Im Anschluss kann die Person in der Regel ihren gewohnten Alltagsaktivitäten nachgehen. Wann die Testergebnisse vorliegen, kann je nach Organisationsstruktur des durchführenden Zentrums variieren.

Wie werden die Ergebnisse des Harnstoff-Atemtests beurteilt?

Die während des Eingriffs entnommenen zwei Atemproben werden in speziellen Analysegeräten untersucht. Anhand der Veränderung der Menge an markiertem Kohlendioxid zwischen der ersten und zweiten Probe werden Informationen über das Vorhandensein des Helicobacter-pylori-Bakteriums gewonnen.

Was bedeutet ein positives Ergebnis?

Ein positives Ergebnis des Harnstoff-Atemtests kann darauf hinweisen, dass das Helicobacter-pylori-Bakterium im Magen aktiv vorhanden ist. In diesem Fall erfolgt eine klinische Beurteilung im Hinblick auf durch das Bakterium verursachte Magenerkrankungen, und falls erforderlich kann eine geeignete Behandlung geplant werden.

Ein positives Testergebnis bedeutet nicht immer, dass ein Magengeschwür oder eine Gastritis vorliegt. Die durch das Bakterium verursachten Auswirkungen können von Person zu Person unterschiedlich sein.

Was bedeutet ein negatives Ergebnis?

Ein negatives Ergebnis zeigt, dass während des Tests keine aktive Ureaseenzym-Aktivität, die dem Helicobacter-pylori-Bakterium zugeordnet werden kann, nachgewiesen wurde. Dies lässt in der Regel darauf schließen, dass keine aktive Infektion vorliegt.

Bestehen die Beschwerden der Person jedoch weiter, kann die Abklärung anderer zugrunde liegender Magen- oder Verdauungserkrankungen erforderlich sein. Daher sollte das Testergebnis stets zusammen mit der klinischen Beurteilung betrachtet werden.

Welche Vorteile hat der Harnstoff-Atemtest?

Der Harnstoff-Atemtest bietet sowohl im Hinblick auf die Durchführung als auch auf die gewonnenen klinischen Informationen verschiedene Vorteile. Diese lassen sich wie folgt aufzählen:

  • Er ist ein nicht-invasives Diagnoseverfahren, für das keine Endoskopie erforderlich ist.

  • Er kann schmerzfrei und ohne chirurgischen Eingriff durchgeführt werden.

  • Er hilft bei der aktiven Beurteilung einer Helicobacter-pylori-(H.-pylori-)Infektion.

  • Er kann zur Beurteilung eingesetzt werden, ob das Bakterium nach der Behandlung vollständig eliminiert wurde oder nicht.

  • Einschließlich Vorbereitungs- und Wartezeit kann er im Durchschnitt innerhalb von 30–40 Minuten abgeschlossen werden.

  • Nach dem Eingriff können die meisten Personen ihren gewohnten Alltagstätigkeiten nachgehen.

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat der Harnstoff-Atemtest?

Die im Test verwendete, mit Kohlenstoff-13 (C13) markierte Harnstofflösung ist nicht radioaktiv. Daher führt sie zu keiner Exposition gegenüber ionisierender Strahlung. Ob der Test geeignet ist, sollte jedoch unter Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, allgemeinem Gesundheitszustand, besonderen Situationen wie einer Schwangerschaft und der klinischen Beurteilung von einem fachkundigen Arzt festgelegt werden.

Bei den meisten Patienten treten während des Eingriffs keine ausgeprägten Nebenwirkungen auf. Selten können vorübergehende Beschwerden wie leichtes Magenunwohlsein, Übelkeitsgefühl und Geschmacksveränderungen als Reaktion auf die Lösung auftreten. Diese Symptome bilden sich in der Regel innerhalb kurzer Zeit von selbst zurück.

Schwerwiegende Nebenwirkungen werden während des Tests nicht erwartet, und die überwiegende Mehrheit der Patienten kann den Eingriff problemlos abschließen.

Was ist der Unterschied zwischen Harnstoff-Atemtest und Endoskopie?

Der Harnstoff-Atemtest und die Endoskopie sind Diagnoseverfahren, die zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden. Der Harnstoff-Atemtest beurteilt die durch das Helicobacter-pylori-(H.-pylori-)Bakterium im Magen verursachte Ureaseenzym-Aktivität und liefert so Informationen über das Vorhandensein der Infektion. Die Endoskopie hingegen ermöglicht die direkte Darstellung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms. Bei Bedarf kann sie auch die Entnahme von Biopsien ermöglichen. Daher werden beide Methoden für unterschiedliche klinische Zwecke eingesetzt.

Sık Sorulan Sorular
Nein. Der Harnstoff-Atemtest ist ein nicht-invasives Diagnoseverfahren. Während des Verfahrens wird lediglich eine Atemprobe entnommen und eine markierte Harnstofflösung verwendet. Es werden weder Endoskopien noch chirurgische Eingriffe durchgeführt.
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Erstellungsdatum : 01.07.2026
Aktualisierungsdatum : 21.07.2026
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