Das Broken-Heart-Syndrom, medizinisch Takotsubo-Kardiomyopathie genannt, ist ein Zustand, der in der Regel nach intensivem emotionalem oder körperlichem Stress auftritt und durch eine vorübergehende Schwächung des Herzmuskels gekennzeichnet ist. Die Symptome können häufig einem Herzinfarkt ähneln. Insbesondere Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot und Herzklopfen werden oft mit anderen Herzerkrankungen verwechselt, weshalb eine frühe Beurteilung wichtig ist. Dieses Syndrom unterscheidet sich jedoch hinsichtlich Entstehungsmechanismus und zugrunde liegender Ursachen vom Herzinfarkt. Mit einer geeigneten Diagnostik und Verlaufskontrolle können sich bei den meisten Patientinnen und Patienten die Herzfunktionen im Laufe der Zeit wieder normalisieren.

Was ist das Broken-Heart-Syndrom? 

Das Broken-Heart-Syndrom ist eine Herzerkrankung, die dadurch entsteht, dass ein bestimmter Abschnitt des Herzmuskels vorübergehend seine normale Kontraktionskraft verliert. Auch wenn es im Volksmund meist mit emotionalen Traumata in Verbindung gebracht wird, ist nicht nur emotionaler Stress für dieses Syndrom verantwortlich. Auch das Durchmachen einer schweren Erkrankung, eine Operation oder Phasen intensiver körperlicher Belastung können das Syndrom auslösen. Es wird angenommen, dass insbesondere die während Stress ausgeschütteten Hormone und deren Wirkung auf den Herzmuskel in diesem Prozess eine wichtige Rolle spielen.

Welche Symptome verursacht das Broken-Heart-Syndrom? 

Es tritt in der Regel mit plötzlich einsetzenden Symptomen auf. Da diese Symptome häufig ähnliche Merkmale wie bei einem Herzinfarkt aufweisen, kann die Unterscheidung zunächst schwierig sein. Daher ist eine sorgfältige Beurteilung der Beschwerden wichtig.

Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Brustschmerzen (oft als Druck- oder Engegefühl)

  • Atemnot

  • Gefühl von Herzklopfen bzw. Herzrasen

  • Schwäche und Müdigkeit

  • Schwindel

Bei manchen Personen können zusätzlich zu diesen Symptomen auch Schwitzen, Übelkeit oder ein plötzliches Unruhegefühl auftreten. 

Insbesondere plötzlich einsetzende Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmachtsgefühl können mit Erkrankungen zusammenhängen, die eine dringende Abklärung erfordern. Daher sollte bei Auftreten dieser Symptome eine medizinische Beurteilung nicht hinausgezögert werden.

Was sind die Ursachen des Broken-Heart-Syndroms? 

Als Hauptfaktor für das Auftreten des Syndroms gilt ein plötzlicher und ausgeprägter Anstieg von Adrenalin im Körper infolge einer Aktivierung des Nervensystems. Dieser Anstieg kann direkt auf die Herzmuskelzellen wirken und die Kontraktionsfunktion des Herzens vorübergehend stören. Zu den Auslösern, die diese hormonelle Reaktion im Körper in Gang setzen, gehören:

Emotionale Auslöser

Zu den am häufigsten berichteten Auslösern des Syndroms zählen intensive emotionale Ereignisse:

  • Tod oder schwere Erkrankung einer nahestehenden Person

  • Unerwartete schlechte Nachrichten

  • Starke Angst, Panik oder Wut

  • Traumatische Ereignisse wie Naturkatastrophen oder Unfälle

  • Lang andauernder emotionaler Druck und chronischer Stress

Körperliche Auslöser

Nicht nur emotionale, sondern auch körperliche Stresszustände können das Syndrom auslösen:

  • Große operative Eingriffe und Intensivbehandlungsphasen

  • Akute medizinische Zustände wie Atemversagen oder Sepsis

  • Schwere Verletzungen

  • Neurologische Ereignisse (Schlaganfall, epileptischer Anfall)

  • Übermäßige körperliche Anstrengung

Ist das Broken-Heart-Syndrom ein Herzinfarkt?

Obwohl das Broken-Heart-Syndrom und der Herzinfarkt mit ähnlichen Symptomen einhergehen können, handelt es sich nicht um denselben Zustand.

Während beim Herzinfarkt meist ein Verschluss der Herzkranzgefäße vorliegt, wird beim Broken-Heart-Syndrom in der Regel keine derartige Gefäßverengung festgestellt. Dennoch ist eine Unterscheidung allein anhand der Symptome nicht möglich. Zur Abgrenzung der beiden Zustände sind medizinische Untersuchungen erforderlich.

Wie lange dauert das Broken-Heart-Syndrom?

Das Syndrom verläuft meist vorübergehend. Es wird beobachtet, dass sich die Herzfunktion innerhalb weniger Tage bis Wochen normalisiert; eine vollständige Erholung kann jedoch meist innerhalb einiger Monate erfolgen. Diese Dauer variiert jedoch in Abhängigkeit vom allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person, vom auslösenden Faktor und von der erhaltenen Unterstützung. Da in seltenen Fällen Komplikationen auftreten können, ist eine Überwachung des Verlaufs unter fachärztlicher Kontrolle wichtig.

Bei wem tritt das Broken-Heart-Syndrom auf? 

Obwohl es in allen Altersgruppen auftreten kann, ist bekannt, dass es bei bestimmten Personengruppen häufiger vorkommt. Beobachtungen zeigen, dass diese Erkrankung insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren häufiger ist. Zu den Gruppen, bei denen das Syndrom häufiger auftritt, gehören: 

  • Personen mittleren und höheren Alters

  • Frauen (insbesondere nach der Menopause)

  • Menschen, die unter starkem Stress leben 

Es sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass dieser Unterschied mit hormonellen Veränderungen und individuellen Unterschieden in der Stressreaktion zusammenhängen könnte. Dennoch ist das Broken-Heart-Syndrom nicht auf eine bestimmte Gruppe beschränkt. Jede Person kann unter starkem Stress eine ähnliche Situation erleben. Daher sollten die Symptome ernst genommen werden, auch wenn man nicht zu einer Risikogruppe gehört. 

Wie wird das Broken-Heart-Syndrom diagnostiziert? 

Zur Diagnosestellung wird eine sorgfältige und schrittweise Beurteilung vorgenommen. In diesem Prozess ist das vorrangige Ziel, Erkrankungen wie den Herzinfarkt, die eine sofortige Behandlung erfordern, auszuschließen. Im Rahmen der Diagnostik werden in der Regel folgende Methoden eingesetzt: 

  • Elektrokardiographie (EKG): Sie zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und erfasst Herzrhythmusstörungen. Sie gehört zu den zuerst eingesetzten Methoden in der initialen Beurteilung.

  • Blutuntersuchungen: Durch die Bestimmung herzspezifischer Enzyme (wie Troponin) wird das Vorliegen und das Ausmaß einer Schädigung der Herzmuskelzellen beurteilt.

  • Echokardiographie: Mittels Ultraschall werden die Kontraktionsbewegungen des Herzens und die regionalen Wandbewegungen sichtbar gemacht. 

  • Koronarangiographie: In erforderlichen Fällen werden die Herzkranzgefäße direkt dargestellt, um zu überprüfen, ob Verengungen oder Verschlüsse vorliegen. Das Fehlen signifikanter Engstellen in den Gefäßen beim Broken-Heart-Syndrom gehört zu den wichtigsten diagnostischen Hinweisen.

Durch diese Untersuchungen werden Struktur und Funktion des Herzens eingehend beurteilt. Anhand der gewonnenen Befunde kann erkennbar werden, dass trotz fehlender ausgeprägter Gefäßverengungen ein Abschnitt des Herzmuskels vorübergehend beeinträchtigt ist. Der Diagnoseprozess stützt sich daher nicht nur auf die Symptome, sondern auf die Gesamtheit der erhobenen Befunde. 

Wie wird das Broken-Heart-Syndrom behandelt? 

Das Broken-Heart-Syndrom ist meist ein vorübergehender Zustand, und bei angemessener Überwachung kann mit der Zeit eine Besserung eintreten. Da jedoch die Situation jeder betroffenen Person unterschiedlich ist, variiert auch der Behandlungsverlauf individuell. Im Rahmen des therapeutischen Vorgehens werden in der Regel folgende Maßnahmen berücksichtigt: 

  • Ruhe und Stressreduktion: Dies ist ein grundlegender Schritt, um die Belastung des Herzens zu verringern und den Heilungsprozess zu unterstützen.

  • Medikamentöse Therapie: Bei Bedarf können Medikamente eingesetzt werden, die die Herzfunktion unterstützen, Herzrhythmusstörungen vorbeugen oder den Blutdruck regulieren. Welche Medikamente verwendet werden, wird von der Fachärztin bzw. dem Facharzt entsprechend dem klinischen Bild festgelegt.

  • Stressmanagement: Unterstützung im Umgang mit den auslösenden Faktoren des Syndroms und zur Vorbeugung möglicher Rückfälle wird als wichtiger Bestandteil der Behandlung angesehen.

  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Um die Erholung der Herzfunktion zu verfolgen, werden in bestimmten Abständen Kontrolltermine geplant.

Der Behandlungsprozess wird von der Fachärztin oder dem Facharzt in Abhängigkeit vom allgemeinen Gesundheitszustand, der Schwere der Symptome und den erhobenen Befunden geplant. Daher ist bei jeder betroffenen Person ein individuelles Vorgehen erforderlich. 

Wann sollte man bei Broken-Heart-Syndrom eine Notaufnahme aufsuchen?

Einige Symptome können eine sofortige medizinische Abklärung erfordern. Insbesondere wenn Beschwerden plötzlich auftreten, sich innerhalb kurzer Zeit verstärken oder den Alltag deutlich beeinträchtigen, sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

In folgenden Fällen wird eine notfallmedizinische Untersuchung empfohlen:

  • Plötzlich auftretende oder starke Brustschmerzen

  • Atemnot

  • Ohnmacht oder das Gefühl, ohnmächtig zu werden

  • Starkes Herzklopfen

  • Unwohlsein in Verbindung mit kaltem Schweiß

Da die Ursache der Beschwerden nicht allein anhand der Symptome festgestellt werden kann, sollte die Beurteilung durch medizinisches Fachpersonal erfolgen.

Häufig gestellte Fragen 

Ist das Broken-Heart-Syndrom eine reale Erkrankung? 

Ja, das Broken-Heart-Syndrom ist ein medizinisch definierter Zustand und verläuft mit vorübergehenden Veränderungen im Herzmuskel. 

Worin liegt der Unterschied zum Herzinfarkt? 

Obwohl das Broken-Heart-Syndrom und der Herzinfarkt ähnliche Symptome zeigen, unterscheiden sie sich voneinander. Während beim Herzinfarkt meist ein Verschluss der Herzkranzgefäße vorliegt, wird beim Broken-Heart-Syndrom in der Regel keine entsprechende Gefäßverengung beobachtet. Für eine sichere Unterscheidung sind eine ärztliche Beurteilung und die erforderlichen Untersuchungen notwendig.

Verursacht das Broken-Heart-Syndrom bleibende Schäden? 

Das Broken-Heart-Syndrom verläuft in den meisten Fällen vorübergehend, und die Veränderungen im Herzmuskel können sich im Laufe der Zeit zurückbilden. Bei vielen Betroffenen normalisieren sich die Herzfunktionen innerhalb von Wochen oder Monaten. Die Dauer der Erholung ist jedoch von Person zu Person unterschiedlich.

Kann das Broken-Heart-Syndrom erneut auftreten? 

Das Broken-Heart-Syndrom kann bei manchen Personen erneut auftreten, jedoch ist dies nicht bei allen Betroffenen der Fall. Daher sind eine regelmäßige Verlaufskontrolle und ein gutes Stressmanagement wichtig. Wenn ähnliche Symptome erneut auftreten, wird eine medizinische Abklärung empfohlen.

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Erstellungsdatum : 14.05.2026
Aktualisierungsdatum : 01.07.2026
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